Nach dem ordentlichen Frühstück im Hotel geht es los. Packen muss ich ja nicht. Bis auf die Innentasche für das Topcase hatte ich alles am Motorrad gelassen. Ich starte. Und irgendwas stimmt nicht. Was für ein Lärm in diesem Alpenort. Ich halte an und schaue mich um. Findet hier ein Motorradtreffen in der Nähe statt? Keine Ahnung. Aber die Anzahl der Mopeds hier könnte es vermuten lassen. Ich stoppe die Zeit und zähle. 28 Motorräder in 13 Minuten. Es ist ätzend. Ich beschließe, jetzt erstmal den Galibier zu fahren und dann weiter zu sehen. So mache ich es. Mit weiterem blaba über spektakuläre Aussichten, Schwärmen von Rad- und Motorradfahren verschone ich euch jetzt hier. Auf den Col du Galibier folgt noch der Col du Lautaret und ja: Es ist schön. Ich habe auch ein paar Fotos davon.
In Briançon fällt mein Entschluss: Ich breche die Route jetzt ab. Aus verschiedenen Gründen. Der wichtigste ist, dass es mir hier einfach zu touristisch ist. In Südtirol, am Gardasee und auf der Alpenstraße kamen bei mir die gleichen negativen Gefühle auf wie hier jetzt auch. Ich muss mir zukünftig andere Reiseziele auswählen. Mit den Alpen war es das für mich vorerst.
Ein weiterer Grund für den Abbruch ist der, dass ich einfach keine Lust habe, auch die nächsten zwei Tage noch dauernd Pässe zu fahren. Für manchen Mopedfahrer ist das ja das größte überhaupt, ich zähle nicht dazu. Ich esse auch gerne mal ein Stück Torte. Aber nicht tagelang hintereinander zum Frühstück, Mittag- und Abendessen.
Elsass und Vogesen haben mir viel besser gefallen. Die Strecken sind natürlich nicht so spektakulär, aber wesentlich weniger stark frequentiert. Es ist einfach in jeder Hinsicht angenehmer dort zu reisen.
Ich habe noch eine Woche Zeit und die möchte ich nicht als Teil einer Touristenherde mit serpentinengegurke verbringen. Möglicherweise hat der Betrieb damit zu tun, dass das Wetter in diesem September einfach wunderschön ist. Und möglicherweise hätte ich ein oder zwei Wochen später fahren sollen. Aber es ist wie es ist. Mir gefällt es einfach nicht. Zunächst will ich Richtung Grenoble, und dann Albertville. Letzteres verwerfe ich dann nach einem genaueren Blick auf die Karte. In jedem Fall will ich raus aus den Alpen. Und das schnell. Das klappt dann auch.
Und hier endet dann auch mein Tourbericht. Statt wie zwischendurch geplant wieder Vogesen/Elsass unter die Räder zu nehmen, beschließe zwei Tage nach dem Tourabbruch via Mulhouse in den Schwarzwald zu wechseln und mich dann auf mir teilweise bekannten Nebenstrecken in Richtung Heimat zu bewegen. So habe ich dass dann auch gemacht. Noch zwei mal Camping, zwei Hotelübernachtungen und ich bin beim Peter in Liesnich. Dort lege ich einen Pausentag ein. Zwei Tage später dann an einem späten Freitag Abend bin ich zuhause. Ich schreibe noch mal ein Fazit.