Schlaf ist wichtig. Sehr wichtig. Und viel zu wichtig um ausgerechnet dabei Kompromisse einzugehen. Und wie man sich bettet so liegt man ja auch schließlich… Mir war sofort klar, dass für mich die superleichten und hauchdünnen Isomatten nicht in Frage kommen. Und nicht nur die selbstaufblasenden Varianten – die aber besonders – sind was für Teenager oder Fakire. Ich wollte eine komfortable Matte haben. Also eher eine Matratze. Die folgenden drei Kriterien waren für mich bei der Auswahl der Matte/Matratze ausschlaggebend:
Komfort
Komfort
und Komfort
Diesen Kriterien hatten sich alle anderen unterzuordnen. Als da wären R-Wert, Gewicht, Packmaß. Wenn ich wegen des Gewichtes oder des Packmaßes auf einen guten Schlaf verzichten müsste, wäre das Thema „Zelten“ für mich sofort erledigt. Falls hier irgendwelche Outdoor Profis mitlesen: Der R-Wert ist für mich von untergeordneter Bedeutung. Ich zelte nicht im Winter oder auf Permafrost-Boden. Ich brauche kein Expeditionsequipment. Klar: In einer kalten Nacht um den Gefrierpunkt sollte mich die Matte schon noch vor der Bodenkälte schützen können. Ein R-Wert von 2 bis 3 (+2°/-5°) reicht also. Meine hat trotzdem einen R-Wert von 5,3. Heisst also sie kann bis -18°. Aber wie gesagt, das war kein Auswahlkriterium für mich. Das Ding wiegt 1480g und hat ein vergleichsweise großes Packmaß. Aber der Komfort ist es wert. Ich habe bisher nicht den Namen des Produktes genannt. Ist eigentlich auch nicht mehr notwendig, da es dieses Modell nicht mehr gibt. Es handelt sich um die „Exped Synmat 12 LXW“. Das LXW steht für Long eXtra Wide.
Die Exped Synmat 12 LXW. Schlafen wie in Morpheus‘ Armen
Die Daten zusammengefasst:
Länge: 196cm Breite: 74cm R-Wert: 5,3 Gewicht: 1480g Preis: ca. 180€ im Jahr 2016
Die Matratze ist genial. Sie hatt zwei Ventile (Ein/Auslass) und ein Pumpsack wird mitgeliefert. Den Snozzlebag. Das Aufpumpen der Matratze klappt mit diesem Teil ganz hervorragend. Mit meinem Helsport Zelt gibt es aber leider ein kleines Problem: Ich muss die Matratze im Zelt aufpumpen, da das Riesending im aufgeblasenen Zustand nur sehr umständlich in das Zelt zu bugsieren ist. Und mit dem Pumpsack im Zelt die Matte aufzupumpen ist echt kein Spaß. Daher habe ich mir ein Gadget zugelegt, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Eine kleine Pumpe von Flextail. Das ist ein massiver Komfortgewinn. Mit einer Akkuladung pumpe ich die Matte sechs mal auf. Bisher hatte die Matte einmal ein kleines Loch, dass sich aber problemlos flicken ließ. Mit dem beiligenden Reparaturset. Und ich schlafe auf dieser Matte ganz hervorragend. Klar. Ein richtiges bett ersetzt sie nicht. Aber wie gesagt: Sie ist wirklich bequem. Da die Matte allmählich in die Jahre kommt, überlege ich im Augenblick welches Produkt sie ersetzen soll. Denn ich befürchte, dass mit zunehmenden Alter die Gefahr von Undichtigkeiten stark steigt. Und unterwegs ohne Schlafmatratze dazustehen ist keine schöne Vorstellung.
Die Pumpe. Flextailgear Tinypump 2x. Nie mehr ohne!
Wie ich ja schon in einem anderen Beitrag schrieb, hat sich Anfang letzten Jahres die Firma TomTom dazu entschlossen, die Rider der 4er Serie (Rider 2013) zu Elektroschrott zu machen. Bereits seit ein paar Jahren vorher konnte man schon nicht mehr das gesamte aktuelle Kartenmaterial der Europa Version installieren sondern musste sich immer entscheiden, welchen Teil Europas man auf dem Gerät haben wollte. Wobei die Unterteilung schon echt beknackt war, da man zum Beispiel nicht Italien und Frankreich gleichzeitig installieren konnte. Das war damals schon ein klarer Hinweis seitens TomTom wohin die Reise geht. Egal. Schnee von gestern. Ist jetzt so. Allerdings hat diese Vorgehensweise von TomTom bei mir einen etwas faden Nachgeschmack hinterlassen so dass ich mich sehr viel intensiver nach Alternativen umgeschaut habe. Das Garmin XT und jetzt das XT2 kamen in die engere Auwahl. Vor allem auch wegen der Möglichkeit, neben dem Kartenmaterial auch OpenStreetMap.org nutzen zu können. Wenn man bei diesem Gedanken angekommen ist stellt sich die Frage: Wozu dann überhaupt noch ein Garmin Gerät. Die Teile sind anerkannt gut. Auf unserer Norwegen Tour hatte ich die Gelegenheit, mich etwas mit Martins Zümo XT zu beschäftigen und es gefiel mir gut. Aber die Dinger sind maßlos überteuert. Für ziemlich veraltete Hardware ruft Garmin Preise auf, die nicht angemessen sind. Das XT2 ist einfach nur noch unverschämt überteuert. Also habe ich mich entschlossen, auf die Navigation mit Smartphone und der App von kurviger.de zu setzen. Allerdings will ich dazu nicht mein „normales“ Smartphone nutzen, sondern ein Gerät beschaffen, dass nur zu diesem Zweck dient.
Nach längerer Suche fiel meine Entscheidung für das Blackview BV7100. Das ist ein Outdoor Handy der robusten Art mit einem riesigen Akku. Dieser kann zur not auch noch als Powerbank dienen. Mir geht es darum, dass ich das Gerät ohne Aktivhalterung mögliuchst lange betreiben kann. Und das klappt. Ich kann mit einer Akkuladung vier komplette Fahrtage navigieren. Mit voll aufgedrehtem Display. Dann bin ich bei 15% Ladung angekommen. Es ginge also auch noch etwas mehr. So hatte ich mir das vorgestellt. Natürlich sollte man bei der Navigation online sein, aber wer befürchtet, dass unterwegs mal kein Netz vorhanden ist kann sich das für eine Route benötigte Kartenmaterial auch für den Offline Betrieb herunterladen. Das habe ich jedoch keinmal gebraucht. Damit ich in das Teil keine SIM Karte stecken muss, habe ich über mein „normales“ Smartphone einfach das Tethering eingeschaltet. So hat das ganz hervorragend funktioniert. Klar. Es ist schon verrückt, dass man dann zwei Geräte benötigt… Aber das hat mich nicht gestört. Das Gerät ist wie gesagt ein ziemlicher Klotz. Und ebenfalls auch nicht mit dem stärksten Prozesser gesegnet, von daher auch etwas lahm gemessen an morderner Smartphone Hardware. Aber die Bedienung klappt IMO deutlich flüssiger als die des Zümo XT oder die der TomTom 5x Reihe. Zum Zümo XT2 kann ich nichts sagen da ich das noch nie in der Hand hatte. Weiterhin ist das BV7100 für unter 200 € zu haben und es läuft eine aktuelle Android Version darauf. Also ist es ein vollwertiges Smartphone mit allen Möglichkeiten. So hat man also auch noch ein Reservetelefon dabei. Die Bluetooth Verbindung zu meinem Headset (N-COM, noch) funktioniert natürlich einwandfrei und ich kann das Teil auch nebenbei noch zum Abspielen von Musik verwenden (was ich bisher jedoch nicht genutzt habe).
Wegen der ordentlichen Größe und des recht hohen Gewichtes benötigt man natürlich einen ordentlichen Halter für das Teil. Ich habe mich für die Halterung von iMestou entschieden.
Diese Halterung ist günstig und hält auch dieses große und schwere Smartphone zuverlässig an seinem Platz. Allerdings ist die Halterung mit dem Blackview auch an seiner Grenze angelangt. Man kriegt das Phone rein und auch befestigt. Aber es mal eben ‚rausnehmen geht so nicht. Da es nur so knapp passt, habe ich die Schiene der oberen Halterung fixiert. Das Gerät löse ich über das Öffnen der RAM Mount Befestigung (hat eine 1″ Kugel, ist kein echtes RAM Mount, aber kompatibel) vom Motorrad. Das hat unterwegs sehr gut funktioniert.
Dick…Hoch & schwer
Wie hat das nun alles geklappt? Für mich war es prima. Ich konnte die Routen die im am PC geplant hatte, jederzeit aus der Kurviger-Cloud laden und muss nichts importieren/exportieren. Ich habe auf der Tour von über 3.000 Km nur wenige Fehler feststellen können. Die Ansagen während der Navigation kommen rechtzeitig und präzise. Das OSM Kartenmaterial erwies sich als extrem aktuell. Das Gerät ließ sich gut ablesen, lediglich bei wirklich direkter oder fast direkter Sonneneinstrahlung ließ sich das Display schlechter ablesen als das vom TomTom oder das des Garmins. Da ich aber tatsächlich sehr auf die Ansagen vertraue, schaue ich nicht so wahnsinnig oft nach dem Display. Natürlich gibt es Situationen, die mit der Kurviger App und den OSM Karten nicht befriedigend bewältigt werden können. Wenn ich – aus welchen Gründen auch immer – Autobahnabschnitte zu fahren habe, nutze ich Google Maps. Wegen der Verkehrsinformationen. Die hat die Kurviger App nicht zu bieten. Das gilt auch für die Suche nach einem Campingplatz oder einem Hotel in der Nähe. Oder wenn der Zapfhahn ruft. Bei solchen Sachen ist Google nicht zu toppen. Leider. Aber was immer zuverlässig geklappt hat war die Wiederaufnahme der Route nach einer Abweichung, einer Übernachtung der Umfahrung einer Straßensperre. Letzteres sollte aber bei Kurviger nochmal überdacht werden. Da könnte man bessere Lösungen finden. Auch sind die Sprachanweisungen mitunter merkwürdig. Bei Kurviger wird nicht abgebogen, sondern immer links oder rechts gehalten. Wenn die App also sagt, „in einem Kilometer rechts halten“ meint sie das manchmal so, aber oft handelt es sich klar um abbiegen. Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Noch ein Nachteil: Das Smartphone ist nicht mit den Handschuhen zu bedienen. Für viele ist das ein K.O. Kriterium. Für mich nicht. Während der Fahrt am Navi ‚rumzufummeln ist verantwortungslos. Und wenn ich eh‘ stoppe, ist das Ausziehen des Handschuhs eine Angelegenheit von Sekunden. Ein wirklicher Härtetest bei Dreckswetter mit dem Smartphon am Lenker steht noch aus. Eine einzige Regenfahrt von knapp 10 Kilometern hat es klaglos überstanden. Morgendlicher Tau war kein Problem. Mal sehen, wie es sich zukünftig schlägt.
Wie man diesem Text entnehmen kann, bin ich bisher sehr zufrieden mit der Kombination aus Outdoor-Rugged-Smartphone mit Riesenakku und der Kurviger App. Mich freut es besonders, freies Kartenmaterial nutzen zu können und den Herstellern der Navis nicht mehr ausgeliefert zu sein.
Ich gebe zu, ich bin ein Kartenfetischist. Nach dem Mopedfahren steht die Tourenplanung ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsbeschäftigungen. Auch wenn ich es unterwegs liebe zu improvisieren so mag ich es doch, mich vorher mit der Gegend in der ich unterwegs sein will zu beschäftigen. Denn das hilft beim improvisieren. Ich gehe alle möglichen Kombinationen von Routen am Rechner durch, versuche mich schlau zu machen welche schönen Punkte nicht verpasst werden sollten und festzustellen, was in der gegebenen Zeit möglich sein könnte. Wichtig ist es für mich, ein Gefühl für die Entfernungen zu bekommen und die Gebiete zumindest grob in meinem Kopf abzuspeichern.
Ich setze dabei auf das Tool kurviger.de. Viele schwören auf calimoto.com, andere auf die Software der beiden Navi Rivalen Garmin (Basecamp) und TomTom (früher Trye, jetzt MyRoute). Alle haben ihre stärken, alle sind gut zu gebrauchen und letztendlich entscheidet der persönliche Geschmack wofür man sich entscheidet. Eine gute Planung ist mit allen dieser Tools machbar. Google Maps scheidet für die Tourenplanung allerdings aus. Es ist gut zu gebrauchen, wenn ich von A nach B will, Verkehrsinfos brauche und unterwegs den Weg zur nächsten Tanke suche. Aber nicht für eine ausführliche Routenplanung. Schließlich gibt es dann auch noch die Fraktion, die solchen neumodischen Kram überhaupt nicht mag und ausschließlich mit der guten alten Landkarte arbeitet. Letzteres halte ich allerdings eher für ignorant. Es ist natürlich nie eine dumme Idee, eine Übersichtskarte der Gegend dabei zu haben, in der man sich bewegt. Vor allem, wenn man nicht allein unterwegs ist und man gemeinsam überlegt wohin es gehen soll.
Ich habe mich für kurviger.de entschieden, weil es meiner Arbeitsweise am nächsten kommt. Ich bin da puristisch. Calimoto ist eher was für die Apple User und den Social Media affinen unter den Mopedfahrern. Also für die Zeitgenossen die sich am liebsten die Route komplett vom Rechner erstellen lassen, in Rudeln unterwegs sind, die Routen anderer nachfahren wollen und die ihre Navigation mit dem Smartphone erledigen. Und nicht ganz unwichtig: Calimoto ist relativ teuer. Kurviger.de ist deutlich günstiger, sollte aber vielleicht etwas mehr nehmen, damit es sie auch weiterhin gibt.
Ich navigiere nicht mit dem Smartphone. Oder besser: Im Augenblick noch nicht. Seit sich TomTom im letzten Jahr entschieden hat, dass die TomTom Rider 4er Serie keine Updates mehr bekommt, steht die Entscheidung an, wass ich zukünftig machen werde. Dabei stehen folgende Optionen zur Auswahl:
– Garmin Zümo XT, die Hochpreisvariante, – TomTom Rider 550, ebenfalls hochpreisig aber günstiger als Garmin – Navigation mit dem Smartphone und passenden Apps.
Letzteres wäre die günstigste Variante für mich da ich immerhin noch ein paar ältere Smartphones bei mir rumliegen habe, die ich dafür nutzen könnte. Für unsere jetzt anstehende Tour nach Norwegen werde ich noch auf mein bewährtes TomTom setzen. Allerdings bestelle ich mir auch noch einen Smartphone-Halter …
Einleitende Gedanken Zelte sind ein weites Feld. Und jeder hat so seine Prioritäten. Ich möchte das Zelt für Motorradurlaube benutzen. Und da es mich in den Norden zieht, sind meine Ansprüche andere als für einen Italienurlaub im Sommer. Das Zelt wird täglich auf- und abgebaut. Daher muss es mehr können als ein Festivalzelt dass man einmal im Jahr aufbaut oder nur ein einziges Mal. Ich bin als Solist unterwegs und daher darf es kompakt sein. Das Gewicht spielt für mich nur eine untergeordnete Rolle, das Packmaß nicht. Daher ist „Ultralight“ (= Ultrateuer) anders als für Fußwanderer kein Thema für mich. Was für mich ganz besonders wichtig ist: Outer first. Das heißt, das Aussenzelt wird zuerst aufgebaut bzw. zusammen mit dem Innenzelt da dieses schon eingehängt ist. Wer schon mal im Regen eines der preiswerten (oder billigen?) Zelte aufgebaut hat weiss, dass es totaler Mist ist wenn zuerst das Innenzelt aufgebaut und dann das Flysheet (oder „Outer“) drübergeworfen wird. Das sorgt dafür, dass man in ein nasses Innenzelt einziehen darf. Nicht schön. Alle namenhaften Hersteller von Zelten, die auch für schwierige Wettersituationen geeignet sind, konstruieren ihre Zelte nach dieser Anforderung. Natürlich soll das Zelt auch Wind und Wetter trotzen. Etwas Sommerregen verträgt auch ein 39,99€ Aldi Zelt. Aber auch wenn es etwas heftiger zur Sache geht, möchte ich mich auf mein Zelt verlassen können. Und da es nach Norwegen geht, fällt ein Billigzelt für mich raus. Weiterhin wünsche ich mir, dass der Zelteingang über Doppeltüren verfügt. Also eine Schicht reines Mesh um die Insekten abzuhalten aber den Luftzug aufrecht zu erhalten, eine separate Schicht aus geschlossenem Gewebe, um es etwas wärmer zu haben. Billigzelte haben dieses Feature normalerweise nicht. Dort besteht die Tür zur Hälfte aus Mesh und zur anderen Hälfte aus Gewebe. Das ist nicht flexibel. Was die Personenzahl bei Zelten angeht dürfte sich herumgesprochen haben, dass diese sehr großzügig angegeben wird. Oder für schwer verliebte. Wenn in einem 2 Personen Trekkingzelt auch wirklich zwei Personen übernachten wollen, müssen die sich schon ziemlich gern haben. Und ihre Klamotten draussen lassen. Also: Als Solist wählt man die 2er oder 3er Variante, zu zweit die 3er oder gar die 4er (so es eine gibt). Solozelte und Ultraleichte sind nur was für Wanderer und Fahradfahrer, denen es auf jedes Gramm und jeden Kubikzentimeter ankommt. Zum Schluß möchte ich noch sagen, dass kein Mensch ein 1.300€ Hilleberg-Zelt braucht. Auch so ein Reinsfjell wie ich es jetzt habe, bewegt sich mit Footprint auf die 800€ zu. Ich denke, sowas muss man nicht haben. Es geht mit Sicherheit deutlich günstiger und immer noch gut. Aber andererseits habe ich Freude an guter Ausrüstung. Und ich würde mich schwarz ärgern, wenn mich ein Zelt bei schwierigem Wetter mitten in der Nacht im Stich ließe. Also greife ich auch bei Zelten eher oben ins Regal.
Hier also meine Anforderungenan ein Motorradzelt:
„Outer first“ bzw. Innenzelt bereits eingehängt
vernünftiges Packmaß
2P oder 3P Variante
Eingang mit separater Mesh und Gewebetür
hochwertige Qualität von Reißverschlüssen, Nähten, Gewebe und Abspannpunkten
Gewicht spielt nur eine Nebenrolle.
Lone Rider Mototent Für die Motorradtour 2016 hatte ich mir ein Zelt gekauft dann aber doch nicht benutzt. Das Lone Rider Mototent. Das wird unter anderem damit beworben, dass man sein Motorrad da reinstellen kann. Das geht auch. Aber warum sollte man das tun? Wie dem auch sei: Ich hatte mich für dieses Zelt entschieden, weil es vergleichsweise groß ist, hoch genug ist um aufrecht darin zu stehen und sehr schnell aufzubauen ist. Und es stimmt. Alle diese Dinge treffen zu. Mit ca. 500€ ist es nicht unbedingt billig, aber man kriegt ja auch eine Menge Zelt.
Das Mototent in Italien Und eben dass ist auch das Problem. Das Packmaß ist gewaltig, und auch das Gewicht recht hoch. Nachdem das Zelt ein jahrelang unbeachtetes Dasein in meinem Keller gefristet hatte, habe ich es 2022 mit auf unsere Italientour mitgenommen. Ich war damit in der Lombardei, Oberbayern und an der Lahn unterwegs. Vorher habe ich es schon in der Eifel und nachher noch in Belgien und Luxemburg dabei gehabt. Ca. 14 Nächte habe ich in dem Zelt verbracht und ich muss sagen: Es ist wirklich ein gutes Zelt. Sehr komfortabel und geräumig und der Auf- und Abbau geht schnell vonstatten. Auch bei Regen. Dass musste ich mehrfach machen. Aber das Packmaß ist wirklich abschreckend. Das Zelt ist für Camping geeignet. Wenn man also ein Ziel ansteuert, das Zelt aufbaut und ein paar Tage stehen lässt. Wenn man Motorradwandern betreibt, ist es schon lästig. Da ist ein Trekkingzelt wesentlich geeigneter. Was die Qualität des Zeltes angeht: Die ist OK, aber nicht der Hit. Für den Preis hätte ich mehr erwartet. Bereits nach einigen malen Auf- und Abbauen zeigte sich ein Riss am Innenzelt. Die Reißverschlüsse sind ebenfalls nicht die besten, die ich gesehen habe. Wie dem auch sei: Wen das Packmaß nicht stört und wer großen Wert auf Komfort legt, ist mit dem Zelt gut bedient.
Nordisk Halland 2PU Nach den Erfahrungen mit dem Mototent habe ich mich dann nach einem Trekkingzelt umgesehen. Gelandet bin ich beim Nordisk Halland 2 PU. Wie das Mototent ist es ein Tunnelzelt. Also nicht freistehend. Allerdings wesentlich kleiner. Und ein Motorrad passt auch nicht rein. Muss aber auch nicht. Anders als das Mototent hat das Halland nur zwei Zeltstangen (das Mototent hat drei). Nicht zuletzt deshalb es ist super schnell aufgebaut. Ich war mit dem Zelt ungefähr 10 Tage unterwegs. Im Spätsommer. Aber auch bei teilweise schlechtem Wetter. Das Zelt ist von guter Qualität und mir reichte der Platz (fast). Es gibt aber leider ein Problem mit diesem Zelt, dass fast alle Tunnelzelte dieser Kategorie teilen: Es ist zu kurz. Am Fußende steigt das Innenzelt vergleichsweise flach an. Und so berührt man mit dem Schlafsack oft die Zeltwand. Bei gutem Wetter kein Thema, aber unter feuchten Bedingungen echt lästig. Dann ist der Fußbereich des Schlafsackes morgens nass. Und da das Zelt nicht besonders groß ist und nur einen Eingang hat, ist Kondensation ein größeres Thema als beim Mototent. Unter dem Strich hat mir das Zelt aber sehr gut gefallen. Das mit dem Innenzelt am Fußende ist für mich allerdings schon etwas störend. Ich bin 180cm und hatte in dem 215cm Zelt eben dieses Längenproblem. Eine Freundin von mir, die das Zelt für zwei Nächte benutzt hat, konnte nicht darüber klagen. Aber sie ist auch deutlich kleiner als ich. Für mich ging die Suche aber weiter.
Das Halland mit einem Tarp. So habe ich einen verregneten Tag ausgesessen
Helsport Reinsfjell 2 Pro Ein Zelt aus der Oberliga. Eigentlich war ich ja drauf und dran, mir ein Hilleberg zuzulegen. Ein Allak 2 oder 3, oder ein Niak. Ich Wahnsinniger. Klar, mit einem Hilleberg Zelt ist man der König auf der Zeltwiese. Eingeweihte wissen, Hilleberg baut die besten Zelte der Welt. Aber kauft man eines, ist man hinterher ein armer König. Denn die Dinger kosten ein Vermögen. Helsport spielt nicht ganz in dieser Preisliga, ist aber auch hochpreisig. Ich hatte Glück, dass ich bei meiner Suche auf eine Anzeige im Netz gestoßen bin. Da wurde ein nagelneues Reinsfjell 2 angeboten. Mit Footprint. Für deutlich unter 500€. Da habe ich zugeschlagen. Es ist kein Tunnel, sondern ein freistehendes „Dome Tent“. Allerdings benötigt es drei Stangen. Also dauert das Aufbauen etwas länger als bei dem Halland Tunnel. Aber es geht immer noch schnell. Und das wichtigste: Es hat ein Innenmaß von 230cm, von denen auch wirklich mehr als 200cm nutzbar sind ohne die Zeltwand zu berühren. Ausserdem ist es symetrisch geschnitten. Es hat zwei identische Eingänge (=gut zu lüften) und zwei kleine Apsiden. Genial. Und teuer. Aber ich bin nun mal nach Equipment verrückt. Bisher habe ich es nur in zwei Nächten getestet. Aber die waren gut. Dieses Zelt wird mich nach Norwegen begleiten und ich hoffe, dass es mir gute Dienste leisten wird. Thomas vom Kanal tshansen verwendet ebenfalls das Reinsfjell. Allerdings als 3er Version. Er hat seine Erfahrungen vor kurzem hier geteilt.Mein Helsport Reinsfjell 2 Pro
Seit dem letzten Jahr bin ich zum ersten mal seit Jahrzehnten mal wieder mit einem Zelt unterwegs gewesen. Dabei habe ich knapp 20 Tage im Zelt auf der Isomatte geschlafen. Warum? So richtig kann ich die Frage nicht beantworten. Zelten ist nicht wirklich komfortabel, und die Atmosphäre auf Campingplätzen habe ich nie wirklich gemocht. Jedenfalls zu einem gewissen Teil nicht. Der Horror, den Jägerzäune und Gartenzwerge vor mustergültig gepflegten „Wohnwagen“ von „Dauercampern“ ausstrahlen ist real. „Wohnwagen“ und „Camper“ habe ich hier bewusst in Anführungsszeichen gesetzt. Den mit Wohnwagen und Camping würde man eigentlich sowas wie Reisen und Wanderschaft in Verbindung bringen. Genau dieses ist aber bei den Bewohnern der Dauercamperkolonien auf so manchem „Campingplatz“ nicht möglich. Da wird einfach nur eine Wohnung (=Immobilie) am Wochenende und im Urlaub mit einer anderen ausgetauscht. Man ist nicht unterwegs, sieht und erlebt nichts neues sondern umgibt sich mit all‘ dem Zeug dass auch Zuhause so rumsteht. Dazu noch ein Grill von der Größe (und dem Preis) eines Kleinwagens, Gartenmöbel die so riesig sind, dass sie auf dem heimischen Balkon keinen Platz finden würden und mindestens zwei Kühlschränke. Kurz: Wenn man alle Klischees von urlaubenden Spießbürgern auf einem Stapel sehen will, begebe man sich auf einen Campingplatz am Baggersee… So. Genug gelästert.
Denn es gibt sie, die andere Seite der Campingplätze (oft wörtlich zu nehmen). Meistens jedenfalls. Und diese andere Seite ist die Zeltwiese. Hier trifft man ein völlig anderes Publikum. Nämlich die Wandernden und Reisenden. Backpacker die schon seit Wochen zu Fuß unterwegs sind. Radfahrer die sich ein paar Tage Auszeit gönnen und Mopedfahrer wie mich, die keine Lust haben die Tour nach vorgebuchten Etappen auszurichten. Man trifft relativ spät ein, baut seine Sachen auf und in innerhalb von 15 Minuten steht die Unterkunft für die Nacht. Hier geht es minimalistisch zu, die Ausrüstung ist spartanisch aber durchdacht. Es wird kein unnötiger Krempel mitgeschleppt, Ansonsten braucht man nur noch nur einen Gaskocher, ein paar Nudeln und eine Flasche lauwarmes Mineralwasser. Na gut: Ab und zu auch mal eine Flasche lauwarmen Wein. Klar: Ich bin im allgemeinen der Alterspräsident auf der Zeltwiese. Aber keineswegs immer. Man trifft dort Menschen jeglichen Alters und aus allen Gesellschaftsschichten. Aber junge Menschen deutlich unter 30 stellen schon die überwiegende Mehrheit der Übernachtungsgäste. Man kommt ins Gespräch und erfährt viel interessantes über die Menschen und oft auch über die Gegend in der man eben unterwegs ist. Werde ich auf meinen Touren jetzt immer Zelten? Eher nicht. Auch ich weiss ein weiches Bett am Abend zu schätzen. Und 100 Meter bis zur Toilette durch den Regen zu watscheln müsste ich auch nicht ständig haben. Zumal das in der Nacht wesentlich häufiger als früher notwendig ist, wenn ihr versteht was ich meine. Aber ich werde sicher das Zelt noch oft benutzen wenn es meine Gesundheit zulässt. Der Minimalismus und das „Sich treiben lassen“ ohne etwas buchen zu müssen sind wirklich unschlagbare Vorteile dieser Art des Reisens. Ich denke, es ist wie mit fast allen Dingen im Leben: Es gibt kein entweder/oder. Man kann das Eine tun ohne das Andere zu lassen.
Naja: Nicht mehr wirklich neu. Im Mai 2021 habe ich mir selbst ein schönes Geschenk gemacht. Sonst tut das nämlich keiner. Ein nagelneues Motorrad habe ich mir zugelegt. Lange habe ich überlegt, welche Maschine es werden sollte. Entschieden habe ich mich dann für die wunderschöne Moto Guzzi V85tt.
Moto Guzzi V85tt (2021) in der Lackierung „Rosso Uluru“
Es war nicht das beste Moped, dass ich während des Auswahlprozesses gefahren bin. Und erst recht nicht das Leistungsstärkste. Aber es ist das einzige Motorrad gewesen, auf dem sich bei mir das allseits bekannte (und gefürchtete?) „habenwollen“ Gefühl einstellte. Und die Entscheidung für die Italienerin war kein Fehler. Zwei Jahre und knapp 13.000 KM später bin ich immer noch so begeistert wie am ersten Tag von dem Gerät. Die Guzzi ist nicht nur wunderschön – in meinen Augen – sondern fährt sich auch ganz wunderbar entspannt. Ein Redakteur der Zeitschrift „Motorrad“ beschrieb sie mit den Worten „Ready to Relax“ in Anspielung auf die „Ready to Race“ Werbung von von KTM. Ich hoffe, dass ich noch viele tolle Kilometer auf der V85tt unterwegs sein werde.
Seit 2014 bin ich mit einem der besten Tourenmotorräder unterwegs die je gebaut wurden: Der Honda ST1300 Pan European. Meine ist Bj 2004 und hat Stand Heute gut 116.000 KM auf der Uhr. Sie läuft wie ein Uhrwerk und ist so komfortabel, dass die längsten Touren mit Ihr entspannt zu bewältigen sind. meine hat bei ca. 85.000 ein neues Wilbers Fahrwerk bekommen (Gabelfedern und Wilbers Zentralfederbein).
Meine Pan in Honningsvag am Nordkapp
Die ST1300 ist die Nachfolgerin der sehr bewährten und auch erfolgreichen ST1100. Sie ist etwas leichter (unwesentlich) als Ihre Vorgängerin und verfügt über einen stark verbesserten Motor. Leistungsfähiger, drehmomentstärker und ökonomischer. Allerdings war die ST1300 in Europa nicht besonders erfolgreich. Das hat sicher damit zu tun, dass sehr schnell nach ihrem Erscheinen die ersten Berichte über Hochgeschwindigkeitspendeln bekannt wurden. Es scheinen viele Fahrzeuge dieser Baureihe davon betroffen zu sein. Aber längst nicht alle. Und obendrein: Wen interssierts? Mich nicht. Da nach übereinstimmenden Berichten das Pendeln bei den betroffenen Fahzeugen nur im voll beladenen Zustand jenseits der 170 KM/h auftritt, ist das kein Thema für mich. Ich bin äusserst selten oberhalb von 150 KM/h unterwegs. Aber ich kann behaupten, das meine Pan von dem Problem nicht betroffen ist. Ich war natürlich schon einige Male im Bereich um die 180 bis 200KM/h mit dem Moped unterwegs. Auch beladen. Da pendelt nichts. Aber wie dem auch sei: Das Image der 1300er Pan ist dahin. Sie fristet ein Nischendasein auf dem Gebrauchtmarkt und muss sich als Pendelzug oder Pedolino beschimpfen lassen. Wer sich aber mit solchen Tourern auskennt und sie richtig zu nutzen weiss, erkennt sehr schnell, mit was für einem großartigen Motorrad man es zu tun hat. Zwischen Florenz und dem Nordkapp, Tschchien und Frankreich und in ganz Deutschland bin ich mit der Pan unterwegs gewesen. Sie ist einfach ein absolut zuverlässiges und komfortables Moped. Und der Wetterschutz ist grandios.
Ebenfalls in Norwegen. Der Wetterschutz den dieses Motorrad bietet hat sich dort absolut bewährt.
Natürlich hat die Pan auch ihre Schwächen. Wenige, aber es gibt sie. Ihr größtes Manko ist ihr wirklich hohes Gewicht. Vollgetankt knapp 340Kg machen das Rangieren mit ihr zum echten Workout. Man muss sich sehr genau überlegen wie und wo man sie parkt damit man ohne fremde Hilfe die Weiterfahrt aufnehmen kann. Das Parken an unbefestigten Stellen auf dem Seitenständer will geauestens ausgeführt sein. Dieser sackt gerne in den weichen Untergrund ein. Sobald dieser Eisenhaufen aber rollt, wirft er all‘ die Kilos über Bord und ist für ein so großes und schweres Motorrad äusserst handlich zu bewegen. Eigentlich wollte ich sie verkaufen, nachdem ich meine „Neue“ bekommen habe. Aber irgendwie hänge ich an dem Moped. In den nächsten Tagen werde ich sie für die kommende Saison klar machen. Und dann sehen wir weiter…