Martin und Martin
The Grand Tour
Steel Butt 2023
Cape To Cape
Eigentlich sind es ja Sweatshirts oder Pullis. Eine kleine Teambuildingmaßnahme.
Der Name „Steel Butt“ ist eine Anpielung auf die „Iron Butt Assosiacion“, eine Organisation von Verrückten, die das Fahren von Langstrecken mit Motorrädern auf die Spitze treiben.
Norwegen ist groß. Und wir wollen es in seiner vollen Länge durchfahren. Daher der Untertitel „From Cape to Cape“. Vom Südkap bei „Lindesnes Fyr“ bis zum Norkap an der Barentssee sind es fast 2.900 KM. Das ist eine Menge Strecke für einen Urlaub.
Zumal wir ja auch wieder zurück nach Hause müssen. Den Rückweg werden wir vorraussichtlich über Finnland bestreiten und dann von Helsinki mit der Fähre nach Travemünde fahren.
Natürlich möchten wir nicht nur einfach auf dem schnellsten Weg in den Norden kommen, sondern unterwegs möglichst viel von den einzigartigen Landschaften in Norwegen erfahren. Da Eva und Martin beschlossen haben, dass ich mich in die Rolle des „Leithammels“ fügen soll, habe ich mir so einige Gedanken gemacht. Ich hoffe nicht zu viele.
Wir fahren früh im Jahr (für norwegische Verhältnisse) und müssen daher mit schwierigen Temperatur- und Straßenverhältnissen rechnen. Besonders im Süden und Südwesten, wo der Winter auf den Fjells zu der Zeit eben erst vorbei ist. Und wir werden so manchen zugefrorenen See und so manches große Schneefeld zu Gesicht bekommen.
Gedanklich habe ich die Tour in vier Abschnitte eingeteilt.
Kristiansand bis Steinkjer, dem Start des Fv17
Den kompletten Fv17 bis kurz vor Bodö
Vom Ende des Fv17 bis zum Nordkap
Vom Nordkap nach Helsinki
Im nächsten Beitrag gehe ich auf den ersten Abschnitt ein. Das ist der mit Abstand komplizierteste. Die restlichen drei Abschnitte sind vergleichsweise einfach da es kaum Optionen gibt. Dort muss nur entschieden werden, ob das Wetter die Weiterreise überhaupt sinnvollerweise erlaubt.
Wie ich im vorherigen Beitrag schrieb: Dies ist der komplizierteste Abschnitt. Es gibt einige Möglichkeiten. Manche kenne ich etwas, andere überhaupt nicht. Welche wir genau fahren, entscheiden wir vor Ort, abhängig vom aktuellen Wetter und von der Wettervorhersage. Warme Klamotten haben wir eh‘ dabei und mit sommerlichen Temperaturen rechnen wir nicht wirklich. Also mal sehen.
Die östliche Route.
Länge: 932 Km
Zwischenziele: keine
Mischung aus autobahnähnlicher Straße und guter Landstraße Strecke kenne ich. Bin ich mehrfach gefahren. Schneller Weg nach Trondheim und weiter. Im wesentlichen schrubben wir die E3 und die E6 hoch bis nördlich von Trondheim.
Pro: Schnell, relativ wenig Gebirge, top Infrastruktur, technisch anspruchslos.
Contra: Viel Verkehr, langweilig, teilweise häßlich, relativ wenig Gebirge, technisch anspruchslos.
Warum ist diese Route hier aufgeführt: Die Route könnte der Notnagel sein, wenn das Wetter im Süden totaler Mist ist und wir wirklich schnell Richtung Norden kommen wollen. Wie man um Profil unten sieht, gibt es nur relativ wenige und weniger hohe Passagen.
Das Höhenprofil der Östlichen Route. Gut zu erkennen das Dovrefjell, das auch immer hin bis an 700m heranreicht.
Die Mitte-Ost Route
Östliche Umfahrung der Hardangervidda. Dann Schwenk zur Westküste.
Mischung aus guter Landstraße und kleinen Nebenstrecken. Alles befestigt. Bis Gol kenne ich die Strecke nicht. Danach entspricht sie der 2016er Tour die ich gefahren bin.
Pro: Bis auf Ausnahmen wohl recht schnell zu fahren, tolle Landschaften und die touristischen Hotspots sind drin.
Contra: Deulich länger als die Ostroute, viel Gebirge daher problematisch wenn das Wetter nicht passt. Die Nächte könnten noch Frost bringen.
Das Profil der Mitte-Ost Route. Da geht es immer wieder rauf und runter. Bis fast 1.200 m. Da wird noch jede Menge Schnee liegen und die Straße sind teilweise schmal und die Auf- und Abstiege eng.
Die Mitte-West Route
Westliche Umfahrung der Hardangervidda. In Haukeli Richtung Westen. Später weiterer Schwenk zur Westküste.
Zunächst immer der Otra entlang, fast ausschließlich gute Landstraße, kleinste Nebenstrecken nur wenn gewünscht. Alles befestigt. Die Strecke ist mir bis Sogndal völlig unbekannt. Danach entspricht sie meiner 2016er Route.
Pro: Bis auf Ausnahmen wohl recht schnell zu fahren, tolle Landschaften und die touristischen Hotspots sind drin.
Contra: Ebenfalls meistens recht hoch. Daher vom Wetter und der Temperatur her eventuell problematisch.
Profil der Mitte-West Route. Es geht schnell bis auf fast 1.150m Das wird kalt. Wie beim Profil der vorigen Route sind deutlich die beiden rechten orange markierten Peaks zu erkennen. Der erste Peak ist die Anfahrt zum Geiranger-Fjord, der Zweite die Passstraße zum Trollstigen. Die orangefarbige Markierung weist auf die potentiell noch vorhandene Wintersperre hin.
Die West Route
Diese Route steht exemplarisch für eine größere Anzahl an Optionen die sich alle mehr oder weniger ähneln. Von unserem Ankunftshafen erfolgt ein direkter Schwenk nach Südwesten zum Südkap, dann nach Nordwesten Richtung Stavanger. Gebirgsstrecken werden fast vollständig vermieden, die Strecken führen ab Stavanger überwiegend den Fjorden entlang. Ab dem Sognefjord wieder dem Verlauf meiner 2016er Route entsprechend.
Fast ausschließlich gute Landstraße, im Süden teils städtischer Verkehr, kleinste Nebenstrecken kaum vorhanden und nur wenn gewünscht. Alles befestigt. Einige Streckenteile kenne ich von meinen Angeltouren aus den 80er und 90er Jahren.
Pro: Bis auf Ausnahmen wohl recht schnell zu fahren, ebenfalls tolle Landschaften und die touristischen Hotspots sind drin.
Contra: Die Küstenroute ist lang und anfälliger für Regen und Wind. Insgesamt ist es die „touristischere“ Route. Mehr Verkehr, Mehr Städte und dichtere Besiedlung.
Dass West Profil. Auch hier wieder die beiden orangenen Peaks. Der eine Peak vorher bei ca. 600 Km lässt sich einfach umfahren wenn wir wollen. So hätten wir auf den ersten 900 Km nicht mit Schneewänden und Temeraturen um 0 Grad zu kämpfen.
Der Blog wird ab hier nicht weiter fortgeführt. Ich komme Abends nicht dazu. Denn ich bin diesmal nicht allein unterwegs. Da komme ich nicht zum schreiben. Aber ich mache mir eine Menge Notizen und werde nachträglich was veröffentlichen. Inklusive Fotos.