Alles was mich interessiert

Schlagwort: Navigation

Mein neues „Navi“

Wie ich ja schon in einem anderen Beitrag schrieb, hat sich Anfang letzten Jahres die Firma TomTom dazu entschlossen, die Rider der 4er Serie (Rider 2013) zu Elektroschrott zu machen. Bereits seit ein paar Jahren vorher konnte man schon nicht mehr das gesamte aktuelle Kartenmaterial der Europa Version installieren sondern musste sich immer entscheiden, welchen Teil Europas man auf dem Gerät haben wollte. Wobei die Unterteilung schon echt beknackt war, da man zum Beispiel nicht Italien und Frankreich gleichzeitig installieren konnte. Das war damals schon ein klarer Hinweis seitens TomTom wohin die Reise geht. Egal. Schnee von gestern. Ist jetzt so. Allerdings hat diese Vorgehensweise von TomTom bei mir einen etwas faden Nachgeschmack hinterlassen so dass ich mich sehr viel intensiver nach Alternativen umgeschaut habe. Das Garmin XT und jetzt das XT2 kamen in die engere Auwahl. Vor allem auch wegen der Möglichkeit, neben dem Kartenmaterial auch OpenStreetMap.org nutzen zu können. Wenn man bei diesem Gedanken angekommen ist stellt sich die Frage: Wozu dann überhaupt noch ein Garmin Gerät. Die Teile sind anerkannt gut. Auf unserer Norwegen Tour hatte ich die Gelegenheit, mich etwas mit Martins Zümo XT zu beschäftigen und es gefiel mir gut. Aber die Dinger sind maßlos überteuert. Für ziemlich veraltete Hardware ruft Garmin Preise auf, die nicht angemessen sind. Das XT2 ist einfach nur noch unverschämt überteuert. Also habe ich mich entschlossen, auf die Navigation mit Smartphone und der App von kurviger.de zu setzen. Allerdings will ich dazu nicht mein „normales“ Smartphone nutzen, sondern ein Gerät beschaffen, dass nur zu diesem Zweck dient.

Nach längerer Suche fiel meine Entscheidung für das Blackview BV7100. Das ist ein Outdoor Handy der robusten Art mit einem riesigen Akku. Dieser kann zur not auch noch als Powerbank dienen. Mir geht es darum, dass ich das Gerät ohne Aktivhalterung mögliuchst lange betreiben kann. Und das klappt. Ich kann mit einer Akkuladung vier komplette Fahrtage navigieren. Mit voll aufgedrehtem Display. Dann bin ich bei 15% Ladung angekommen. Es ginge also auch noch etwas mehr. So hatte ich mir das vorgestellt. Natürlich sollte man bei der Navigation online sein, aber wer befürchtet, dass unterwegs mal kein Netz vorhanden ist kann sich das für eine Route benötigte Kartenmaterial auch für den Offline Betrieb herunterladen. Das habe ich jedoch keinmal gebraucht. Damit ich in das Teil keine SIM Karte stecken muss, habe ich über mein „normales“ Smartphone einfach das Tethering eingeschaltet. So hat das ganz hervorragend funktioniert. Klar. Es ist schon verrückt, dass man dann zwei Geräte benötigt… Aber das hat mich nicht gestört.
Das Gerät ist wie gesagt ein ziemlicher Klotz. Und ebenfalls auch nicht mit dem stärksten Prozesser gesegnet, von daher auch etwas lahm gemessen an morderner Smartphone Hardware. Aber die Bedienung klappt IMO deutlich flüssiger als die des Zümo XT oder die der TomTom 5x Reihe. Zum Zümo XT2 kann ich nichts sagen da ich das noch nie in der Hand hatte. Weiterhin ist das BV7100 für unter 200 € zu haben und es läuft eine aktuelle Android Version darauf. Also ist es ein vollwertiges Smartphone mit allen Möglichkeiten. So hat man also auch noch ein Reservetelefon dabei. Die Bluetooth Verbindung zu meinem Headset (N-COM, noch) funktioniert natürlich einwandfrei und ich kann das Teil auch nebenbei noch zum Abspielen von Musik verwenden (was ich bisher jedoch nicht genutzt habe).


Wegen der ordentlichen Größe und des recht hohen Gewichtes benötigt man natürlich einen ordentlichen Halter für das Teil. Ich habe mich für die Halterung von iMestou entschieden.

Diese Halterung ist günstig und hält auch dieses große und schwere Smartphone zuverlässig an seinem Platz. Allerdings ist die Halterung mit dem Blackview auch an seiner Grenze angelangt. Man kriegt das Phone rein und auch befestigt. Aber es mal eben ‚rausnehmen geht so nicht. Da es nur so knapp passt, habe ich die Schiene der oberen Halterung fixiert. Das Gerät löse ich über das Öffnen der RAM Mount Befestigung (hat eine 1″ Kugel, ist kein echtes RAM Mount, aber kompatibel) vom Motorrad. Das hat unterwegs sehr gut funktioniert.

Wie hat das nun alles geklappt? Für mich war es prima. Ich konnte die Routen die im am PC geplant hatte, jederzeit aus der Kurviger-Cloud laden und muss nichts importieren/exportieren. Ich habe auf der Tour von über 3.000 Km nur wenige Fehler feststellen können. Die Ansagen während der Navigation kommen rechtzeitig und präzise. Das OSM Kartenmaterial erwies sich als extrem aktuell.
Das Gerät ließ sich gut ablesen, lediglich bei wirklich direkter oder fast direkter Sonneneinstrahlung ließ sich das Display schlechter ablesen als das vom TomTom oder das des Garmins. Da ich aber tatsächlich sehr auf die Ansagen vertraue, schaue ich nicht so wahnsinnig oft nach dem Display.
Natürlich gibt es Situationen, die mit der Kurviger App und den OSM Karten nicht befriedigend bewältigt werden können. Wenn ich – aus welchen Gründen auch immer – Autobahnabschnitte zu fahren habe, nutze ich Google Maps. Wegen der Verkehrsinformationen. Die hat die Kurviger App nicht zu bieten. Das gilt auch für die Suche nach einem Campingplatz oder einem Hotel in der Nähe. Oder wenn der Zapfhahn ruft. Bei solchen Sachen ist Google nicht zu toppen. Leider. Aber was immer zuverlässig geklappt hat war die Wiederaufnahme der Route nach einer Abweichung, einer Übernachtung der Umfahrung einer Straßensperre. Letzteres sollte aber bei Kurviger nochmal überdacht werden. Da könnte man bessere Lösungen finden. Auch sind die Sprachanweisungen mitunter merkwürdig. Bei Kurviger wird nicht abgebogen, sondern immer links oder rechts gehalten. Wenn die App also sagt, „in einem Kilometer rechts halten“ meint sie das manchmal so, aber oft handelt es sich klar um abbiegen. Aber das ist nur eine Kleinigkeit.
Noch ein Nachteil: Das Smartphone ist nicht mit den Handschuhen zu bedienen. Für viele ist das ein K.O. Kriterium. Für mich nicht. Während der Fahrt am Navi ‚rumzufummeln ist verantwortungslos. Und wenn ich eh‘ stoppe, ist das Ausziehen des Handschuhs eine Angelegenheit von Sekunden. Ein wirklicher Härtetest bei Dreckswetter mit dem Smartphon am Lenker steht noch aus. Eine einzige Regenfahrt von knapp 10 Kilometern hat es klaglos überstanden. Morgendlicher Tau war kein Problem. Mal sehen, wie es sich zukünftig schlägt.

Wie man diesem Text entnehmen kann, bin ich bisher sehr zufrieden mit der Kombination aus Outdoor-Rugged-Smartphone mit Riesenakku und der Kurviger App. Mich freut es besonders, freies Kartenmaterial nutzen zu können und den Herstellern der Navis nicht mehr ausgeliefert zu sein.

BV7100 am Motorrad
So sieht das am Moped aus


Routenplanung und Navigation

Ich gebe zu, ich bin ein Kartenfetischist. Nach dem Mopedfahren steht die Tourenplanung ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsbeschäftigungen. Auch wenn ich es unterwegs liebe zu improvisieren so mag ich es doch, mich vorher mit der Gegend in der ich unterwegs sein will zu beschäftigen. Denn das hilft beim improvisieren. Ich gehe alle möglichen Kombinationen von Routen am Rechner durch, versuche mich schlau zu machen welche schönen Punkte nicht verpasst werden sollten und festzustellen, was in der gegebenen Zeit möglich sein könnte.
Wichtig ist es für mich, ein Gefühl für die Entfernungen zu bekommen und die Gebiete zumindest grob in meinem Kopf abzuspeichern.


Ich setze dabei auf das Tool kurviger.de. Viele schwören auf calimoto.com,
andere auf die Software der beiden Navi Rivalen Garmin (Basecamp) und TomTom (früher Trye, jetzt MyRoute).
Alle haben ihre stärken, alle sind gut zu gebrauchen und letztendlich entscheidet der persönliche Geschmack wofür man sich entscheidet. Eine gute Planung ist mit allen dieser Tools machbar. Google Maps scheidet für die Tourenplanung allerdings aus. Es ist gut zu gebrauchen, wenn ich von A nach B will, Verkehrsinfos brauche und unterwegs den Weg zur nächsten Tanke suche. Aber nicht für eine ausführliche Routenplanung. Schließlich gibt es dann auch noch die Fraktion, die solchen neumodischen Kram überhaupt nicht mag und ausschließlich mit der guten alten Landkarte arbeitet. Letzteres halte ich allerdings eher für ignorant. Es ist natürlich nie eine dumme Idee, eine Übersichtskarte der Gegend dabei zu haben, in der man sich bewegt. Vor allem, wenn man nicht allein unterwegs ist und man gemeinsam überlegt wohin es gehen soll.

Ich habe mich für kurviger.de entschieden, weil es meiner Arbeitsweise am nächsten kommt. Ich bin da puristisch. Calimoto ist eher was für die Apple User und den Social Media affinen unter den Mopedfahrern. Also für die Zeitgenossen die sich am liebsten die Route komplett vom Rechner erstellen lassen, in Rudeln unterwegs sind, die Routen anderer nachfahren wollen und die ihre Navigation mit dem Smartphone erledigen. Und nicht ganz unwichtig: Calimoto ist relativ teuer. Kurviger.de ist deutlich günstiger, sollte aber vielleicht etwas mehr nehmen, damit es sie auch weiterhin gibt.

Ich navigiere nicht mit dem Smartphone. Oder besser: Im Augenblick noch nicht. Seit sich TomTom im letzten Jahr entschieden hat, dass die TomTom Rider 4er Serie keine Updates mehr bekommt, steht die Entscheidung an, wass ich zukünftig machen werde. Dabei stehen folgende Optionen zur Auswahl:

– Garmin Zümo XT, die Hochpreisvariante,
– TomTom Rider 550, ebenfalls hochpreisig aber günstiger als Garmin
– Navigation mit dem Smartphone und passenden Apps.

Letzteres wäre die günstigste Variante für mich da ich immerhin noch ein paar ältere Smartphones bei mir rumliegen habe, die ich dafür nutzen könnte.
Für unsere jetzt anstehende Tour nach Norwegen werde ich noch auf mein bewährtes TomTom setzen. Allerdings bestelle ich mir auch noch einen Smartphone-Halter …

Wer sich für die Routenplanung mit Kurviger.de interessiert, dem lege ich das ziemlich aktuelle (Stand März 2023) Tutorial vom „Rhönschrat“ ans Herz.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén