Nach einem schnellen Frühstück starten wir. Nach wenigen Kilometern stehen wir an der ersten Fähre des Tages. Nach kurzer Wartezeit geht es über den Sognefjord und dann weiter ins Gebirge. Nach einer tollen fahrt erreichen wir den Gletscher Boyabreen. Die Strecke vom Fjord bis hierher bin ich vor sieben Jahren auch gefahren. Wir machen einen Fotostop und weiter geht es.

Am Gletscher. Dort ist es so kalt wie es aussieht

Das Wetter ist durchwachsen und dann und wann bekommen wir etwas Regen ab. An einem Geldautomaten unterwegs besorge ich mir erstmal ein paar NOKs. Ich hatte kein norwegisches Bargeld dabei. Etwas Später biegen wir nach Westen ab. Wir fahren nicht zum Geiranger sondern zum Westkap. Wie ich schon schrieb, war ich dort bei meiner ersten Norwegenreise 1983 schon einmal. Aber zugegebenermaßen sind meine Erinnerungen daran schon sehr verblasst. Auf dem Weg zur Fähre über den Storfjord bei Stranda überlegen wir, ob wir den Trollstigen fahren sollen, denn der Umweg wäre nicht besonders groß. Aber die Wetterapp sagt uns Temperaturen um den Gefrierpunkt dort an. Also verwerfen wir diese Idee. Wir setzen über (mit den gleichen Ferrypay Problemen) und biegen nach der Fähre links ab. Wir fahren nach Nordfjordereid und wollen dann weiter auf die Halbinsel Selje. Dort liegen der gleichnamige Ort und auch das Westkap. Wir sind beide knapp mit dem benzin und fahren zunächst über die Berge zum Ort Selje. Halbinselüberquerung, die Erste. Im Ort tanken wir und gehen in den Supermarkt. Martin kauft ein Frühstücksbrettchen für sein Moped. Als Unterlage für den Seitenständer auf weichem Boden. Die Unterlage die er dabei hatte erwies sich als völlig untauglich (hallo Matthes?!). Ausserdem kaufen wir noch ein Brot, ein Paket Tee und Schokolade. Ich muss vorsichtig werden. Ich will nicht anfangen, jeden Tag eine Schokolade zu essen… Aber die schmeckte schon gut.
Nachdem wir auf dem Parkplatz noch eine kurze Pause gemacht haben, machen wir uns auf den Weg zum Westkap. Wieder auf die andere Seite der Halbinsel. Halbinselüberquerung, die Zweite. Bald sind wir am Kap.

Am Westkap. Spektakulär!

Eine sehr schmale Straße schlängelt sich in atemberaubender Höhe weg von der Hauptstraße hin zum Kap. Das Wetter ist gut und wir blicken aus großer Höhe auf die wilde Küstenlandschaft. Rechts und links der Straße weiden Schafe mit ihren Lämmern. Manche schauen uns nur desinteressiert an, andere müssen wir mit der Hupe von der Straße verscheuchen und wieder andere fliehen in panisch vor unseren Motorrädern. Dann sind wir auf dem Gipfel. Dort gibr es ein Restaurant das aber geschlossen ist, eine Radarstation die geschlossen ist und Toilettenhäuschen die ebenfalls geschlossen sind. Und einen Parkplatz der nicht geschlossen ist. Und natürlich gibt es eine spektakuläre Szenerie. Wirklich der Hammer. Und der Wind bläst uns um die Ohren. Martin ruft bei Andreas an um ihm mitzuteilen, dass er jetzt vor der Webcam des Kaps posieren will. Und mit einer Verzögerung von einer Minute ist er dann auch auf der Cam zu sehen. Wir leben in spannenden Zeiten. Bald machen wir uns auf die Rückfahrt. Der erste Abschnitt geht natülich komplett ohne Motorleistung und wir lassen uns einfach den Berg hinunter rollen. Wir wollen wieder nach Selje. Dazu müssen wir wieder über die Berge auf die ander Seite. Halbinselüberquerung, die Dritte. Mittlerweile kennen wir den Weg. In Selje gibt es einen Campingplatz. Diesmal ohne Hütten. Also wird heute Nacht im Zelt geschlafen. Wir kommen an, der Betreiber ist zufällig da und wir checken ein. Auf der Zeltwiese finden wir ein halbwegs trockenes Stückchen Gras um die Zelte aufzubauen. Ausser uns haben noch ein paar einheimische Mopedfharer ihre Popup-Zelte (Regenschirm-System, 4Bikers outdoors) aufgestellt. Nach dem wir unser Lager aufgebaut haben kochen wir uns ein paar Nudeln, quatschen noch ein Stündchen und liegen um 22 Uhr im warmen Schlafsack. Ich setze meine mitgebrachte Schlafmaske auf. Denn hier wird es auch schon nicht mehr wirklich dunkel und mein Zelt hat keine Vorhänge. Das mit der Maske funktioniert super. Schnell bin ich eingeschlafen. Ob das bei Martin auch so war, weiss ich nicht. Aber ich nehme es an.
Am nächsten morgen wollen wir weiter. Richtung Nordwesten, zur E39 und dann weitersehen. Ohne Frühstück. Das wollen wir unterwegs erledigen. Mal schauen…

Unser Camp in Selje