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Zehnter Tag – Grounded in Ramberg II

Mittwoch, 8. Juni

Ich verschlafe heute nicht. Obwohl es eine unruhige Nacht war. Ich war noch mehrmals auf. Der Wind tobt über die Bucht und um die Hütten. Es ist laut.

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Heute nacht, ca. 2:15 Uhr

 

Um 7:30 Uhr bin ich auf. Ich benutze die Dusche und überlege was ich mache. Draussen bläst es unvermindert. Der Dauerregen hat aufgehört und ab und zu zeigen sich blaue Löcher in der Wolkendecke und ein paar Sonnenstrahlen schaffen es durch mein Fenster. Aber trotzdem: Das Fahren bei dem Lüftchen kann man vergessen. 7-8 Bft gelten zwar noch nicht als Sturm, aber es ist kurz davor. Ich konsultiere diverse Wetterseiten und schweren Herzens entschließe ich mich, noch einen weiteren Tag abzuwarten. Die Zeit verrint unaufhaltsam. Meine Pläne die ich für die Lofoten hatte sind im Eimer. Aber ich kann es nicht ändern, also gelassen bleiben.

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Am Morgen ist es auch mal freundlich. Aber der Wind bleibt.

 

Ich gehe frühstücken. Das Buffet ist OK. Die haben sehr leckeren Lachs und der Kaffee tut gut. Ich gehe zur Rezeption und frage die freundliche Dame am Counter ob ich um einen Tag verlängern kann. Zu meinem Erschrecken sagt sie, dass es bedauerlicherweise nicht möglich sei. Ich bedanke mich trotzdem freundlich und spiele im Kopf schon diverse Möglichkeiten durch während ich mich umdrehe und gehe. Die Dame kommt hinter mir hergelaufen. Sie habe eine andere Lösung gefunden: Die Hütte die ich im Augenblick bewohne ist ab heute Nachmittag gebucht. Da ist nichts zu machen. Aber die Firma hat noch ein Rorbur am Hafen. Das ist frei und wenn ich will kann ich es bis morgen haben. Zum gleichen Preis. Allerdings gebe es da kein Internet. Puh. Das mit dem Internet ist mir reichlich egal, ich habe ja meinen mobilen Accesspoint dabei. Nur mit dem Streaming wird es da nichts. Darauf kann ich aber locker verzichten. Ich sage natürlich zu und sie gibt mir schon den Schlüssel und erklärt mir anhand einer Postkarte wo ich das Rorbur finde. Es ist am Hafen, am Ende einer Mole. Ein Rorbur ist ein kleines traditionelles Fischerhäuschen. Die findet man oft in Norwegen. Sie werden gerne von Anglern gemietet. Ich gehe zur Hütte, packe meine Klamotten und liefere den Hüttenschlüssel ab. Dann mache ich mich auf den langen Weg von ca. einem Kilometer und stehe vor dem Rorbur.

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Die Fahrt über die Mole war schon wüst. Der Wind ist wirklich heftig. Das Rorbur ist OK. Viel zu groß für mich, natürlich. Im Erdgeschoss ist Dusche/WC, im ersten Stock Wohnküche und zwei Schlafzimmer. Ich lade vom Moped nur ab was ich heute noch brauche und richte mich ein. Dann fahre ich noch schnell zum „Bunnpris“ – einer Supermarktkette – und versorge mich mit ein paar Kleinigkeiten. Heute gibt es Hühnchen mit Reis. Ich muss nicht mehr darauf achten, ob das was ich kaufe ohne Kühlschrank haltbar ist: Die Temperaturen die hier herrschen und die mich die nächsten Tage erwarten sind so gelagert, dass ich mich in einem Kühlschrank werde aufwärmen können.  Mein Topcase ist bereits jetzt schon ein mobiler Kühlschrank.

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Verhungern kann ich hier nicht: Jede Menge Stockfisch

 

Zurück im Rorbur koche ich Kaffee und dann wird gelesen. Am späten Nachmittag checke ich nochmal die Wetterseiten und schmiede Pläne für die nächsten Tage. Das warten hier macht mich nicht eben glücklich. Ich will fahren. Ich will in den Norden. Heute ist der dritte Tag an dem ich nicht weiter komme. Na gut: Vorgestern bin ich wenigstens mit der Fähre von Bodö bis hierher gekommen. Aber gefahren bin ich in den letzten drei Tagen weniger als 40 Km.

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Der Blick aus dem Rorbur

 

Aber morgen geht es über die Lofoten. Richtung Norden bis Harstad. Dort suche ich eine Unterkunft. Wie es von dort weitergeht entscheide ich morgen abend. Das wird der nächste D-Day. Von Harstad bis zum Kap sind es noch gut 800 Km. Ob ich mich auf den Weg dahin mache wird morgen Abend dort entschieden.

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1 Kommentar

  1. MacIntyre

    …er wollte ja einfrieren! ?

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