Es gibt schlimmere Orte, einen Ruhetag zu verbringen. Der Platz liegt zwischen der E9 und dem Fluß Otra. Von der Straße hört man wenig, und vom Fluss nur ein entferntes, leises rauschen. Ich liege bis um 9 Uhr in der Falle. Einen Grund früh aufzustehen habe ich heute nicht. Ich mache mir ein wirklich gutes und ausgiebiges Frühstück mit dem Lachs und den Brötchen die ich gestern Abend noch geholt hatte. Mit dem Trangia habe ich sogar die Brötchen etwas aufbacken können. Die schmecken fast wie frisch.
Das wird meine letzte Mahlzeit vor dem Buffet auf der Fähre sein.
Mein Bein behindert mich immer noch. Wenn ich es belaste. Ansonsten habe ich keine Schmerzen. Laufen ist aber kein Problem. Nach dem Frühstück mache ich einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Otra.

Spaziergang an der Otra


Hier führt ein Wanderweg entlang und mir begegnen und mich überholen so einige Wanderer. Es stehen einige Angler im Fluss. Zwei junge Friesen aus der Gegend von Leuwaarden angeln auch. Ich quatsche etwas mit denen. Wirklich nette und witzige Typen. Vom Alter her sind die so Mitte 20 und sind zusammen auf einer Honda Varadero hierher gefahren. Zum Forellenangeln. Sie berichten von einigen schönen Forellen die sie schon gefangen haben. Aber sie mögen beide keinen Fisch. Was für eine Verschwendung. Wir stellen fest, dass wir morgen die gleiche Fähre in Kristiansand nehmen und verabreden uns, morgen Vormittag zusammen die letzte Tour in Norwegen zu fahren. Nachmittags sitze ich in der Sonne und lausche einem Hörbuch. Dem dritten Teil einer Reihe die mir bisher gut gefiel. Auch dieser Band ist sehr unterhaltsam.
Ich packe alles zusammen, optimiere die Beladung des Mopeds so dass ich morgen möglichst wenig Gepäck mit in die Kabine nehmen muss.
Das Wetter ist heute wieder fantastisch. Zwischendurch beobachte ich ein junges Paar, die hier offensichtlich „besondere“ Fotos machen wollen. So wie gestern das Paar im Gebirge. Der junge Mann stapelt zwei Stühle aufeinander, klettert darauf und die Dame legt sich ins Gras. Dann wird hin- und her fotografiert. Ich gebe zu, dass ich nur darauf gewartet habe, dass er mit den Stühlen umkippt. Aber es passiert nichts. Schade. Ich bin schon ein missgünstiger Greis…

Was tut man nicht alles…
…für ein Insta-Foto

Später kommen die beiden Friesen noch vorbei. Rex und Ilke. Wir quatschen noch etwas, dann verabreden wir uns für den nächsten Morgen. So gegen 10:30 wollen wir starten. Es sind nur knapp 180 km bis zur Fähre in Kristiansand.
Etwas sitze ich noch draussen, dann wird es irgendwann frisch und ich gehe ins Bett. Mein letzter Abend hier in Norwegen ist vorbei. Wie schade. Ich hoffe, dass ich bald wiederkomme.