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Kategorie: Touren

Bisherige und zukünftige Heldentaten

Elfter Tag – Endlich wieder unterwegs

Donnerstag, 9. Juni

Nach dem aufstehen muss ich erstmal aus dem Fenster schauen: Ja. Der Wind hat sich gelegt. Es ist bewölkt, aber regnen tut es nicht. Heute geht es weiter. Endlich! Ich packe die Klammotten und ab zum Frühstück. Das ist wie gestern wieder sehr gut. Die Ramberg Gjaestegard war super, aber ich bin froh das ich wegkomme.

Noch sieht alles gut aus

Noch sieht alles gut aus

 

Zunächst läuft alles prima. Ich habe die ersten zehn Kilometer brauchbares Wetter. Dann kommt es knüppeldick: Wind und Regen. Heftiger Regen. Kalter Regen. Es ist nicht witzig. Aber das Wetter auf den Lofoten ist ja bekanntermassen wechselhaft. Und so lerne ich es jetzt auch kennen: Mal stürmt und regnet es, mal ist es andersrum. Der Regen und der Wind wechselt öfter mal die Seiten. Mal kommt der Regen von oben und der Wind von der Seite, mal kommt der Wind von hinten und der Regen von rechts vorne. Und Hagel gibt es hier auch. Nur kurz, aber übel. Und wenn der Wettergott der Lofoten besonders gut drauf ist, lässt er alle seine Hunde gleichzeitig von der Leine: Regen, Wind, Hagel und Sonne. Genau das habe ich für ein paar Kilometer. Ich fahre in vermeintlichem Sonnenschein während ein anderer Teil des Himmels seine Schleusen öffnet. Nur geschneit hat es nicht. Ich frage mich woran das liegt. Vermutlich wird ein Lofoten-Fan sagen: „Du hast doch Super Wetter gehabt! Es hat überhaupt nicht geschneit! Und es waren satte fünf Grad. Manchmal sogar sieben. Bestes Lofotenwetter also!“. Ich habe da eher gemischte Gefühle. Eigentlich wollte ich vor dem Sloeverfjord-Tunnel die E10 verlassen und nach Melbu zur Insel Hadseloeya übersetzen um dann bis zur Nordspitze der Insel Langoeya zu fahren. Aber nicht bei dem Mistwetter. Ich beschließe, den Lofoten den Rücken zu kehren. Zwei Tage Dreckswetter habe ich ausgesessen, den dritten Tag bei ähnlichem Mistwetter im Mopedsattel verbracht. Ich werde direkt nach Harstad fahren. Ich werde morgen von Harstad aus nicht nach Andenes fahren. Sondern ich werde morgen früh die erste Fähre nehmen die mich von den „most beautiful islands in the world“ evakuiert. Und wenn die zum Nordpol fährt ist mir das auch egal. Nur weg hier. Dabei erahne ich an vielen Stellen durchaus die Schönheit der Inseln. Immer wieder staune ich über die Panoramen die sich hier bieten. Aber es ist leider alles Grau in Grau. Und vor allem sehr nass und sehr windig.

Vågan-Kirche, etwas großspurig als "Lofotenkathedrale" auf den Schildern angekündigt.

Vågan-Kirche, etwas großspurig als „Lofotenkathedrale“ auf den Schildern angekündigt.

 

Ich verlasse die E10 um zur Fähre Flesnes-Revsnes zu fahren. Auf den letzten paar Kilometern versuchen die Lofoten doch noch sich bei mir einzuschmeicheln. Der Regen hört auf und der Himmel reisst auf. Die Sonne scheint und im schönstem dunkelblau liegt der Gullesfjord rechts neben mir. Fantastisch. Vor mir hohe schneebedeckte Berge, und auf der anderen Seite des Fjordes ebenfalls. Ich fahre einen Parkplatz an um ein paar Fotos zu schiessen und ein paar Sonnenstrahlen zu geniessen. Was für eine Wohltat nach den letzten Stunden. Oder eigentlich Tagen. Auf der Fähre nehme ich erstmal einen Kaffee. Der tut auch sehr gut. Ich habe heute morgen meine Thermoskanne nicht gefüllt. Ich war wohl zu sehr auf das Frühstücksbuffet fixiert. Ich fahre im Sonnenschein von der Fähre. Noch ca. 40 Km bis Harstad. Nach drei Kilometern hat mich das Dreckswetter wieder.

Gullesfjord. In einer der paar schönen Minuten die ich heute hatte.

Gullesfjord. In einer der paar schönen Minuten die ich heute hatte.

 

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Es gibt Romantiker in Norwegen. Ich schwöre: ich war’s nicht.

 

Wie ich in einem anderen Beitrag schon einmal schrieb, empfinde ich die meisten norwegischen Städtchen als nicht gerade anziehend. Aber Harstad ist wirklich von ausgesuchter Häßlichkeit. Baustellen und Plattenbauten sind das erste was ich sehe. Ich tanke noch und fahre dan zum „Harstad Camping“. Die Rezeption ist nicht besetzt. Soweit nichts neues. Was aber neu ist: Hier gibt es einen Knopf den man drücken soll. Darüber ist ein Lautsprecher. Ich drücke also drauf, es kommt eine Ansage auf norwegisch und es wird deutlich hörbar eine Telefonverbindung aufgebaut. Es meldet sich Karl. Er gibt mir weitere Instruktionen. Er bewohnt ein Haus oberhalb des Platzes und bittet mich dorthin zu kommen. Das mache ich. Als ich dort ankomme steht er schon in der Tür. Ich buche eine einfache Hütte für eine Nacht und bezahle sofort (460 NOK). Er erklärt mir wo die Hütte liegt und sagt der Schlüssel würde stecken. Den solle ich wenn ich abreise in die grüne Box an der Rezeption einwerfen. Dann wünscht er mir noch einen schönen Aufenthalt.

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Campingplatz und Hütte in Harstad

 

Ich bin schnell an der Hütte. Sie ist vorgeheizt. Ich richte mich ein und fühle mich sofort wohl. Dann schaue mir die Umgebung an. Der Platz liegt direkt an der Küste. Sehr schön. Die sanitären Anlagen sind super. Und regnen tut es auch nicht mehr. Der Wettergott merkt wohl das er sein Ziel erreicht hat und legt seine Hunde wieder an die Kette. Und ich habe kapiert: Ich geh‘ ja schon. Morgen früh um acht geht die Fähre nach Soerollnes.

Zwölfter Tag – Norwegen ist groß

Freitag, 10. Juni

Um 6:30 weckt mich das Handy. Ich habe nicht besonders geschlafen. Die Hütte fand‘ ich eigentlich ganz angenehm, aber das Bett war mehr was für einen Fakir. Zwar keine Nägel, aber ein Brett. Knallhart. Die Matratze zu dünn und ich zu schwer für das Ensemble. Nun denn: Der Blick aus dem Fenster verheißt Gutes: Fast blauer Himmel. Zwei Achtel Bewölkung. Ich koche Kaffee und dann das zelebriere das übliche morgendliche Ritual: Klamotten packen, Moped beladen, Hütte klarmachen. Um 7:30 mache ich mich auf zur Fähre nach Soerollnes. Der Anleger ist höchstens fünf Minuten von hier entfernt. Ich bin schnell dort und reihe mich in die Schlange ein. Dann plötzlich denke ich mir, dass ich nicht die geringste Lust habe, über die Dörfer und mit Fähren bis Tromsö zu fahren. Heute will ich Kilometer machen. Im Kopf lege ich mir die Karte zurecht. Schwierig ist es ja nicht. Ich schere aus der Reihe vor dem Anleger aus und starte eine alternative Route. E10 bis Narvik, dann E6, abbiegen auf die E8 nach Tromsö und dann mit zwei Fähren wieder auf die E6 stoßen. Die hätte ich ab da sowieso nehmen müssen. Und daran kann der geneigte Leser jetzt erkennen dass die Entscheidung zum Kap zu fahren getroffen ist. Das war D-Day 2. Also auf zum Nordkap!

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Unterwegs auf der E10 in Richtung Narvik

 

Die E10 bis Narvik ist sehr schön zu fahren, aber nicht anspruchsvoll. Ich lasse es einfach laufen und genieße die tollen Panoramen die sich mir bieten. Kurz vor Narvik halte ich an um mir ein „Battle of Narvik 1940“ Memorial anzuschauen. Davon stehen hier einige an den Ausfallstraßen rund um Narvik. Bei Bjerkvik geht es weiter auf der berüchtigten E6, die hier oben aber absolut reizvoll ist. Der E6 folge ich dann bis Nordkjosbotn und biege ab auf die E8 nach Tromsö. Die Schilder an der Straße weisen den Weg als die „Nordlichtroute“ aus. Die Nordlichter sehe ich zwar nicht, aber es ist ebenfalls eine leicht zu fahrende Strecke mit wundervollen Aussichten. Gegen 13 Uhr treffe ich bei tropischen 12 Grad und Sonnenschein in Tromsö ein. Hier gibt es eine Menge Verkehr der sich vor der Brücke über den Tromsösund staut. Egal. Das Foto von der Eismeerkathedrale lasse ich aus. Tromsö ist eine relativ hübsche Stadt. Aber auch sehr quirlig und jede Menge Touristen frequentieren die Innenstadt. Am Kai liegen zwei große Kreuzfahrer. Ich fahre bis ins Zentrum und stelle die Pan vor der Bibliothek ab. Dann laufe ich ein paar Meter in die Grünanlagen und lasse mir dort die Sonne ins Gesicht scheinen. Dabei trinke ich den Rest Kaffee aus der Thermoskanne und denke darüber nach wie gut ich es habe.

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In Tromsö: Links die Brücke über den Sund, und ganz klein im Hintergrund die Eismeerkathedrale

 

Lange hält es mich hier nicht. Ich will Kilometer machen. Also weiter, auf in Richtung Alta. Dazu muss ich erst ein Stück des gleichen Weges auf der E8 zurückfahren den ich gekommen bin. Aber nach ein paar Kilometern biege ich dann auf die FV91 ab. Dieser bringt mich mittels zweier Fähren wieder auf die E6 bei Olderdalen. Bei der ersten Fähre habe ich Glück. Die Verladung ist schon fast abgeschlossen und ich husche noch knapp als letzter auf die Fähre. Ich bin noch nicht vom Moped abgestiegen schon legt der Kahn ab. Vor der zweiten Fähre fällt eine Wartezeit von knapp einer Stunde an. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem Umweg den man hätte fahren müssen würde es diese Verbindungen nicht geben. Am Anleger gibt es eine Tankstelle und ich mache den Tank bis zum Stehkragen voll.

In Olderdalen rolle ich von der Fähre und biege links ab auf die E6. Richtung Norden. Die einzige Himmelsrichtung die jetzt noch zählt. Auch hier bekomme ich eine interessante Ansage vom Navi: Ich soll im nächsten Kreisverkehr links abbiegen. In 212 Kilometern! Herrlich. Das Wetter ist recht angenehm, jedenfalls meistens trocken und so um die acht Grad. Der Wind hält sich in Grenzen. Die Fahrt verläuft bis auf ein paar nervige Baustellen ereignislos. Es geht immer am Wasser entlang: Kafjord, Reisafjord,Staumfjord und wie sie alle heißen.

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Das sind die Lachsbäume auf denen die leckeren geräucherten und gebeizten norwegischen Lachse wachsen. Wenn die Lachse reif sind werden Sie gepflückt.

 

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Meine Hütte hat einen achteckigen Grundriss

 

Nach mehr als 500 Km suche ich mir gegen 19 Uhr eine Hütte. Ich lande beim „Arctic Fjord Camp“ am Burfjord. Ich bekomme eine Hütte für 800 NOK mit der ich sehr zufrieden bin. Sehr angenehm. Ich nehme eine Dusche und dann kriege ich keinen Finger mehr krumm. Ich lege mich in eines der sehr bequemen Betten und bin sofort weg.

Dreizehnter Tag – Ein Tag, zwei Ziele.

 

Samstag, 11. Juni

Tagesziel für heute: Dem Nordkap möglichst nahe kommen. Aber vorher habe ich noch was in Hammerfest zu erledigen. Um 9:15 geht es los. Zunächst bei Nieselregen, später bei Sonne und Regen, noch später bei Sonne. Aber es ist was? Richtig geraten: Kalt ist es. Fünf Grad. Nun denn. Was erwarte ich auch wenn ich mich auf den Weg in die nördlichste Stadt der Welt mache So bezeichnet sich Hammerfest selbst. Aber das ist glatt gelogen. Egal. Ich will da hin. Ich folge der E6 bis Skaidi. Dort biege ich auf die E94 nach Hammerfest ab. Eine Stichstraße. Ich muss den gleichen Weg zurück nach Skaidi den ich jetzt nach Hammerfest fahre. Das Wetter ist gut und ich komme gut voran. Auf der E94 gibt es ein paar nervige Baustellen die mich und die Pan ordentlich durchrütteln.

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Rentiere

 

Gegen 13 Uhr bin ich in Hammerfest. Ein sympathisches Städtchen. Und auch nicht sooo häßlich. Was auffällt sind die Fußgänger: Die haben hier immer freie Bahn. Hier achtet keiner auf Autos oder Mopeds. Keine Ahnung ob das immer so ist, aber heute auf jeden Fall.

Ich tanke und fahre dann zum eigentlichen Ziel in Hammerfest: Dem Eisbärenclub. Mit Vereinen halte ich es eigentlich wie Groucho Marx, der einmal sagte er würde keinem Verein beitreten der Ihn als Mitglied akzeptiert. Aber heute werde ich einem Verein beitreten: Dem „Isbjørnklubben“, zu deutsch „Eisbärenclub“. Oder wie er sich vornehmer nennt: „The Royal and Ancient Polar Bear Society“. Auch als nördlichste Touristenfalle der Welt bekannt. Für 200 NOK bekommt man einen Aufkleber, einen Anstecker, eine Urkunde und einen lebenslang gültigen Mitgliedsausweis. Dieser berechtigt zum Besuch der jährlichen Hauptversammlung des Clubs. Jedes Jahr am dritten Samstag im Januar. Im Rathaus von Hammerfest. Zu diesem Termin ist Hammerfest vom Land her schwer erreichbar…

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Die einzige Voraussetzung für die Aufnahme in den Club ist das persönliche Erscheinen in den Clubräumen in Hammerfest. Und natürlich die Kohle. Ich grinse den jungen Mann am Counter im Club an: „I have to become a member of this club“ worauf er ebenfalls grinsend antwortet: „No Problem. Wir können aber deutsch miteinander reden“. Er ist deutscher und wegen der schönen Landschaft und aus Abenteuerlust hier gelandet. „Gehen sie an einen der beiden Computer und geben Ihre Daten ein. Den Rest mache ich hier klar.“ Gesagt getan und zurück am Counter erhalte ich gegen die besagten 200 NOK meine Mitgliedsutensilien. Ich bin Mitglied Nr. 255073. Wirklich exklusiv ist die ganze Sache also nicht. Nun: Immerhin bin ich jetzt der Clubkamerad von König Harald, dem fünften seines Namens.Mit großem Stolz trage ich meinen Umschlag mit der Urkunde und dem anderen Tand zum Moped. Erst jetzt weiß ich, was mir in meinem Leben gefehlt hat. Denn jetzt bin ich ein „Polar Bear“. Und plötzlich ergibt alles einen Sinn.

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Noch einen Kaffee in der Stadt und ich fahre zurück nach Skaidi. Ich bin schon für noch beklopptere Sachen 120 Km gefahren. Ziel eins für heute erreicht.
Jetzt gilt es das gute Wetter zu nutzen. Es soll nicht
über die Nacht halten. Meinen ursprünglichen Plan mir eine Unterkunft in Olderfjord zu suchen und morgen zum Kap zu fahren verwerfe ich deshalb. Ich fahre immer weiter. Ich werde versuchen dem kap heute so nahe wie möglich zu kommen. Ich hoffe, in Honningsvag eine Unterkunft zu kriegen. Endlos zieht sich die Straße am Porsangerfjord entlang.

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Ein Fest bei dem Wetter. Viel blauer Himmel und acht Grad. Das geht. Und dunkel wird es hier ja nicht. Eine schöne Fahrt. Und wenn mir noch einer sagt, die Fahrt zum Kap sei öde, dem werde ich entgegenschleudern „Lüge!“.

In Honningsvag versuche ich es am „Nordkapp Camping“. Eine Hütte kriege ich nicht mehr, aber ein Zimmer im „Hotel“. Aber mit eigener Nasszelle für 790 NOK. Soll mir recht sein.

Are you going to the north cape?“ fragt mich die nette junge Frau an der Rezeption. Im ersten Augenblick verwundert mich die Frage etwas. Was soll man hier am Ende der Welt ungefähr 25 Km vor dem Nordkap wohl sonst wollen? Eine Weinprobe machen? Oder die Orangenplantagen besichtigen? Aber schnell fällt mir ein: Die beste kann ja nicht wissen dass ich noch nicht dort war. Ich könnte ja auch auf dem Rückweg sein. Also ist nicht ihre Frage blöd sondern mein erstaunen darüber. Wie dem auch sei: „Yes, i want to go there“ antworte ich. Sie ermahnt mich: „Go as soon as possible. The weather forecast has announced cloudy and rainy conditions within the next few hours“. „Oh, i will go now, so I will see the cape in the sunshine“. Gebe ich zurück. Sie lächelt und sagt „That‘s a good idea. You will enjoy it“. Ich lade kurz die Gepäckrolle vom Moped ab und leere das Topcase. Dann will ich los. Auf dem Parkplatz stehen Klaus und Gerhard aus Lörrach. Die wollen auch hochfahren und bieten mir an mich anzuschließen was ich gerne annehme. Als wir vom Parkplatz auf die E69 zum Kap einbiegen kommt noch Ricardo dazu. Ein Schweizer den die beiden unterwegs kennengelernt hatten. Seine Muttersprache ist italienisch, aber ein Mix aus Englisch und Deutsch geht auch ganz gut mit ihm. Also fahren wir in einer Vierergruppe zum Kap. Es ist ungefähr 19:30. Bis zum Kap sind es von hier weniger als 30 Km. Schnell sind wir da und löhnen unseren Eintritt. Ich nehme das billigste Ticket für immerhin 170 NOK, die beiden aus Lörrach auch. Ricardo bucht das ganze Programm. Mit Multimediashow und allem drum und dran. Das Kap ist komplett „durchkommerzialisiert. Aber was soll‘s. Ich will nur ein paar Fotos und dann wieder weg. Nicht das die Gegend hier nicht reizvoll wäre: Die Berge und schroffen Felsen hier haben einen spröden Charme. Hier auf der Ebene wachsen keine Bäume.

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Wie schon seit vielen Kilometern vorher. Es ist so etwas wie Tundra glaube ich. Wie dem auch sei: Motorrad auf dem Parkplatz abgestellt, durch die Eingangshalle und ab nach draußen zur Kugel. Endlich da. Wie haben einen günstigen Moment erwischt und Sockel samt Kugel für uns.

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Und die Sonne scheint. Wir machen gegenseitig Fotos von einander. Ricardo freut sich wie ein Kind: „Makk nicht one oder two Foto, makke twenty von mich!“ ruft er Klaus zu, dem er sein Handy gegeben hat damit der Ihn damit filmt und fotografiert. Der gute Mann ist völlig aus dem Häuschen. Auch ich lasse mich natürlich fotografieren und knipse meinerseits noch ein paar Bilder von den anderen. Und ich fühle mich ein ein klein wenig stolz. Es war ein weiter Weg hierher. Zwei Wochen. Und nicht immer einfach. Aber es ist wie es ist: Es ist einfach nur ein Punkt auf der Karte. Nichtmal der nördlichste Europas wie der Prospekt den ich mit der Eintrittskarte bekommen habe frech lügt. Es ist der Nördlichste der mit einem Landfahrzeug erreicht werden kann. Aber egal: Das Nordkap ist ein Mythos. Und ich war da. Ich gehe mit Gerhard in die „Nordkapphallen“ und trinke mit ihm noch einen Kaffee. Ricardo wird wohl noch die halbe Nacht hierbleiben und auch die beiden Lörracher zieht es noch nicht zum Camp. Ich will aufbrechen und verabschiede mich von den beiden. Ich möchte unterwegs noch etwas knipsen. Mir kommen etliche Reisebusse entgegen. Die karren die Touristen erst spät hier her in der Hoffnung, dass sie am Nordkap die Mitternachtssonne erleben. Heute könnte das klappen.

Ich fahre ganz entspannt zurück und schieße noch ein paar Fotos. Eines mit einer wahnsinnigen Aussicht auf unser Camp. Kommt aber mit dem Handy nicht besonders.
Zurück am Camp hole ich die Flasche Aberlour heraus und setzte mich draußen in die Sonne. Ich hoffe, heute zum ersten mal wirklich um Mitternacht die Sonne um Norden stehen zu sehen. Ich bin zwar schon länger im Polartag unterwegs, aber bisher war es immer bewölkt.
Es gesellen sich Andy und Helmut zu mir. Zwei Schwaben aus Calw die über Schweden hierher gefahren sind und das gleiche vorhaben wie ich. Echt nette Typen. Ich lade sie auf einen Scotch ein. Was sie gerne annehmen. Als Retoure gibt es ein Portionsfläschchen „Jim Beam“. Wir schwätzen die Zeit bis Mitternacht weg. Und da steht sie am Nordhimmel: Die Mitternachtssonne. Ein schönes Bild. Wir machen unsere Fotos und gehen dann ins Bett.

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Mitternachtssonne in Honnigsvag

 

Nachgereicht

Für die nicht WhatsApper und den Ungläubigen reiche ich hier ein Foto nach.

 

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Ja. Ich bin es wirklich. Und die Kugel steht nicht Zuhause bei mir im Garten.

Vierzehnter Tag – Abschied von Norwegen

Sonntag, 12. Juni

Um 9 Uhr starte ich in Honningsvag. Es regnet. Im Ort tanke ich zunächst noch bei Kilometerstand 83407.

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Im Camp bei Honningsvag

 

Zunächst geht es den Weg zurück den ich gestern gekommen bin. Entlang des Fjordes und durch den Nordkapptunnelen. In Olderfjord angekommen bin ich durchgefroren. Ich wärme mich im Café auf und nehme einen Kaffee mit einer noch warmen Waffel. Das tut gut.
Ich habe hin und her überlegt, ob ich via Schweden oder wie geplant durch Finnland zurückfahre. Denn hier muss ich den entsprechenden Abzweig nehmen. Wenn Schweden, dann zurück nach Alta. Ansonsten auf die E6 Richtung Karasjok. Ich bleibe bei meinem ursprünglichen Plan und entscheide mich für die Route durch Finnland. Weiter geht es. Bald lässt der Regen nach und hört irgendwann ganz auf. Die Sonne setzt sich durch. Bei Lakselv verabschiede ich mich vom Nordmeer das hier schon Barentssee heisst. Ich werde erst in knapp 800 Km wieder am Meer sein. Dann aber an der Ostsee in Finnland.

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Militärrestriktionen. Nicht anhalten, nicht fotografieren. Die Russen sind nicht weit…

 

Die Strecke ist relativ uninteressant. Ganz anders als die vielen Kilometer die ich in den letzten Tagen gefahren bin. Recht flach und kurvenarm. Und dicht bewachsen. Bei Karasjok trenne ich mich auch von der E6. Die geht jetzt wieder in den Norden nach Kirkenes. Ich folge der E92 Richtung Finnland. Bald schon kommt die Grenze die hier durch den Fluss Tanaelva markiert wird. Ich fahre über die Brücke und bin in Finnland. Tschüß, Norwegen. Ich komme wieder.

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Auf der Brücke über den Grenzfluß

 

Die E92 ist eine haarsträubende Strecke: Immer geradeaus, dafür rauf und runter. Zum schnarchen. Zum Glück stoße ich bald auf die E75 auf der ich nun recht lange bleiben werde. Hier oben ist sie noch ganz hübsch. Und gut ausgebaut. Gegen 18 Uhr bin ich in Inari und nehme eine Hütte. Hier ist wieder Euroland. Die Hütte – guter Standard – kostet 67 Euro.
Das Wetter ist immer noch super und ich spaziere kurz zum See um ein paar Fotos zu schiessen. Dann schreibe ich noch etwas und gehe ins Bett.

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Hütte am Inarisee

Fünfzehnter + sechzehnter Tag – Ist das öde

13 Juni Montag, 14. Juni Dienstag

Gestern und heute bin ich die E75 südwärts gefahren. Mein Ziel ist Helsinki. Von dort nehme ich die Fähre nach Travemünde. Über die beiden Tage gibt es wenig zu berichten. Am 13. Juni gegen 16 Uhr überquere ich den Polarkreis in südlicher Richtung. Die haben hier ein „Santa-Village“ aufgebaut. Hier wohnt der Weihnachtsmann und man kann ihn hier ganzjährig besuchen. Unfug. Die Fahrt ist extrem anstrengend. Mental. Es ist die pure Langeweile Ich habe nun fast 1.000 Km auf der E75 zurückgelegt. Fast immer rechts und links Wald, fast immer geht es stur geradeaus. Das ist wirklich nervtötend. Die Straße ist durchweg gut bis sehr gut, und der Verkehr abgesehen von der Umgebung größerer Städte sehr dünn. Fast überall sind 100 km/h erlaubt, und ich gleite so mit 100-110 dahin, so wie es auch die Finnen tun. Die Kilometer fliegen vorbei, aber es sind so viele….

Ab und zu schimmert einer der über 16.000 finnischen Seen zwischen den Bäumen durch, oder der Wald weicht mal zurück und erlaubt so einen flüchtigen Blick auf die Weite des Landes. Aber meistens fährt man ohne jede Stimulation zwischen zwei grünen Wänden. Stunde um Stunde. Kilometer um Kilometer. Hier braucht man wirklich schnellstens autonome Fahrzeuge.

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So sah es in den letzten beiden Tagen im wesentlichen aus.

 

Die Infrastruktur ist gut: Tankstellen gibt es genügend und auch Autohöfe um zu essen oder einzukaufen. Die Preise sind hier natürlich deutlich ziviler als in Norwegen. Im Großen und Ganzen ähnlich wie bei uns.
Es ist schwierig, konzentriert zu bleiben. Die Monotonie ermüdet sehr. Ich mache häufig Pausen. Und was sonst nicht meine Art ist: Ich gehe in den Pausen spazieren. In Norwegen waren die Strecken fordernd. Es war meistens ein ziemlich aktives Fahren. Hier hockte ich wie ein Sack auf dem Motorrad und habe nichts zu tun. Das muss ich irgendwie kompensieren.

Sowohl gestern als auch heute bin ich mit Regen gestartet, und dann wurde es besser. Gestern hatte ich von Zeit zu Zeit noch einen Schauer, aber sonst war es OK. Und auch die Temperatur war gut: Immer zweistellig. Heute hatte ich nach einem nassen Start absolutes Traumwetter. Blauer Himmel und bis zu 20 Grad. Nie unter 15 Grad. Gegen 11 Uhr reduziere ich die Bekleidung um eine Schicht. Denn ich werde bei afrikanischen Temperaturen von 17-22 Grad förmlich gegrillt. Jedenfalls im Vergleich zu Norwegen.

Hinweisschilder sind weitgehend nutzlos für mich. Mein finnisch hat große Lücken. Es ist eine für uns Mitteleuropäer total unverständliche Sprache. Die Ortsnamen sind lang und unaussprechlich. Gestern habe ich in einem „Motell“ übernachtet, für heute Nacht habe ich ein „Gasthaus“ . Das Wort haben die Finnen vermutlich aus dem Deutschen übernommen. Es ist mir hier schon einige Male untergekommen. Ich bin jetzt ca. 160 Km nördlich von Helsinki. Den Rest fahre ich morgen. Ich muss muss mir noch ein Ticket besorgen.
Ich sitze noch einige Zeit auf der Terasse und trinke mir zwei Bier. Ja. Hier gibt es Bier vom Fass. 5 Euro für 0,4 l. Ein lokaler Gitarrenopa gibt schwermütige finnische und russische Weisen zum besten. Und den Kanon der Pop und Folk Schnulzen der letzten 40 Jahre. Er hat eine leidlich gute Stimme und wenn er will kann er was auf der Gitarre. Aber er spielt halt nur Schnulzen. Manchmal mag ich das. Aber es ist zuviel. Und er macht auch vor „Hallelujah“,„My Way“, „Yesterday“ und sogar „Feelings“ nicht halt. Alles auf finnisch. Ich fühle mich an die „Fabelhaften Baker Boys“ erinnert. Nur dass sich hier nicht Michelle Pfeiffer auf dem Piano räkelt sondern eine ältere finnische Dame in der Hollywoodschaukel leise mitsummt.

Irgendwann hört der Gute auf. Ich bin nicht traurig drum. Bald liege ich im Bett. Eigentlich eine Stunde zu spät. Aber das ist eine Geschichte für morgen.

Siebzehnter + achtzehnter Tag – Fähre

15. Juni Mittwoch, 16. Juni Donnerstag

Ich habe den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt. Kurze Morgentoilette und um kurz vor acht bin ich im Frühstücksraum. Niemand da und das Buffet weitgehend geplündert. Merkwürdig. Gestern morgen im Motel war das auch schon so. Die Finnen sind offenbar Frühaufsteher. Der Wirt des Gasthauses begrüßt mich freundlich und ich bediene mich an den Resten des Buffets. Mein Blick fällt auf den Fernseher an der Wand gegenüber. Da läuft irgendeine Sportsendung die mit der EM zu tun hat. Die laufende Uhrzeit die unten rechts eingeblendet wird sagt es ist 9:05. Hä? Ich checke das.mein Handy sagt 8:05. Mein Tablet auch. Kurz ins Internet geschaut und tatsächlich. Finnland ist der MESZ eine Stunde voraus. Ich habe das nicht gewusst. Also fahre ich seit vorgestern der Zeit um eine Stunde hinterher. Eigentlich kein Problem. Aber das mit dem Frühstück an den letzten beiden Tagen ist damit geklärt. Und heute habe ich einen Zeitplan einzuhalten: Nach Helsinki fahren, bei Finnlines ein Ticket besorgen und zwei Stunden vor Abfahrt am Kai sein. Da könnte eine fehlende Stunde schon fatale Auswirkungen haben. Gut dass ich das zufällig noch bemerkt habe.

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Mein letztes Gasthaus in Finnland, 150 Km nörlich von Helsinki

Andererseits: Es sollte sich zeigen dass mein Zeitpolster mehr als ausreichend ist. Gestern bin ich doch weiter gekommen als gedacht. Ich starte also gegen 9:45 Ortszeit, eine Stunde später als geplant. Die Strecke ist immer noch öde, aber der Verkehr wird dichter. Vor Lathi wird die E75 zu einer Autobahn auf der 120 km/h erlaubt sind. Mit gut 130 schwimme ich auf der linken Spur mit. Die Kilometer fliegen so dahin und bald schon sehe ich das Schild „Helsinki 99 Km“. Ich überlege mir, Online nach einem Ticket für die Fähre zu suchen und halte an einem „Abc“ Rasthof an. Die Buchung ist auch kein Problem. Bei „Finnlines“ ordere ich eine Passage nach Travemünde. Abfahrt heute 17 Uhr, bis 15 Uhr Check In. Das ist zeitlich kein Problem.Die Fahrt kostet 185 Euro. Will ich eine Kabine dazu haben explodiert der Preis auf 443 Euro. Das ist heftig. Ich beschließe, dass ich die 260 Euro einspare. Dafür werde ich mir den Luxus leisten heute das „Dinner Buffet“ und morgen das „Brunch Buffet“ zu nutzen. Die Fähre läuft 30 Stunden und legt morgen Abend gegen 22 Uhr in Travemünde an. Also werde ich dort auch noch eine Unterkunft brauchen. Denn ich werde nicht bei Nacht und Regen von Travemünde nach Hause fahren. Die Buchung eines passenden Hotels ist auch schnell erledigt. Es muss eins sein, in dem man auch spät noch einchecken kann. Ich entscheide mich für das Hotel „Jensen“ mitten in der Lübecker Innenstadt. Es ist nicht zu weit vom Anleger weg und die Rezeption bis 24 Stunden besetzt. Ich werde dann am Freitag den Heimweg antreten. Mittags bin ich am Terminal in Helsinki. Ich gehe zum Counter der Finnlines und lasse mir dort erklären, dass das Boarding schon so gegen 14:30 startet und Motorräder gemeinhin als erste an Bord gehen. Das heißt ich habe jetzt zweieinhalb Stunden Pause. Ich fahre zu einer Tanke mit Bistro und nehme einen Kaffee und ein Sandwich. Dann überlege ich mir, wie ich mit möglichst minimalem Gepäck auf der Fähre klarkomme. Die Motorradklamotten sollten möglichst am Motorrad bleiben, und ich suche ein diskretes Plätzchen hinter der Tanke um mich umzuziehen. In die Tasche, die sonst im Topcase liegt, packe ich alle benötigten Sachen und stopfe dafür die Motorradsachen ins Case. Das passt nur sehr knapp. Aber es geht. Den Helm werde ich ebenfalls am Moped lassen. Dann setze ich mich noch in die Sonne und lese.

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Warten in der Schlange. Finnlines Terminal in Helsinki

 

Kurz vor 14:30 fahre ich zum Terminal, werde rasch abgefertigt und warte in „Line 1“ zusammen mit diversen anderen Motorrad- und Radfahrern . Kein deutsches Motorrad dabei. Die drei Radfahrer kommen aus Deutschland. Genauer aus Niederbayern. Die haben mehr als tausend Kilometer in Finnland gemacht. Respekt. Um 15 Uhr beginnt das Boarding. Also später als die Dame am Counter gesagt hat. Und genau zu dem Zeitpunkt der im Internet angegeben ist. Ein „Follow Me“ der Finnlines holt uns Zweiradfahrer ab und führt uns vorbei an diversen Kais auf die Fähre bis auf das richtige Deck. Dort wird nun eingeparkt und gezurrt. Kein Problem.

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Noch im Hafen

 

Jetzt bin ich auf der „Finnmaid“. Kurze Zeit nach dem Verzurren sitze ich bereits auf dem Sonnendeck und geniesse eine kaltes Mineralwasser. Die Sonne scheint. Es ist wunderbares Wetter. In Travemünde soll es bei der Ankunft regnen. So der Wetterdienst. Und am Freitag muss ich mit einer regnerischen Heimfahrt rechnen. Mist. Aber abwarten. Vielleicht ändert sich ja noch was in den nächsten 48 Stunden. Pünktlich legt die Fähre ab. Jetzt geht es bis morgen Abend vorbei am Baltikum, Polen, Schweden, Dänemark.

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Selfie: Der Autor an Bord

 

Wie die meisten Passagiere genieße ich den Rest des schönen Nachmittags noch auf dem Deck. Um 19 Uhr bin ich am Buffet. Das ist OK. Besser als das auf der „Color Magic“. Scheint mir jedenfalls. Im Restaurant hat man einen tollen Blick aufs Meer in Fahrtrichtung der Fähre. Kurz vor 20 Uhr sitze ich wieder auf dem Sonnendeck. Ich werde heute einen einzigartigen Sonnenuntergang erleben. Wenn hier auch kein Polartag herrscht: Wirklich dunkel wird es hier nicht. Die Finnen und die Russen nennen das die „Weißen Nächte“. Der Sonnenuntergang ist wirklich ein Spektakel. Die wenigen Wolken die sich ab und zu vor die Sonne schieben erstrahlen mal Rot, mal Gelb und mal Schneeweiß.

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Sunset mit Tequila Sunrise

 

Ein tolles Schauspiel. Ich gönne mir eine Flasche Riesling und genieße den letzten Abend in Skandinavien. Oder genauer in skandinavischen Gewässern. Es wird kühl und ich ziehe mir die Jacke über. Erstaunlicherweise bin ich der einzige Gast auf dem Sonnendeck. Nur ab und zu kommt jemand zum Rauchen heraus. Die Fähre ist wesentlich kleiner als die „Color Magic“. Und entsprechend weniger Fahrgäste sind an Bord. Die Ausstattung ist deutlich bescheidener und es gibt hier keine Gästebespaßung. Die Bar hat bis null Uhr auf und danach herrscht Ruhe auf dem Schiff. Ganz anders als auf der Kiel-Oslo Linie.

 

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Sunset mit Riesling

 

Der Sonnenuntergang zieht sich bis nach 23 Uhr (MESZ) hin. Dann verschwindet sie in Nord-Nord-Ost hinter den Horizont. Aber es bleibt ein breiter roter Streifen, der auch tief in der Nacht noch zu sehen ist. Nach zwei „Tequila Sunrise“ und der Flasche Riesling habe ich auch die notwendige Bettschwere. Nur kein Bett dazu. Also mache es ich mir auf einem „Airseat“ bequem. Schnell schlafe ich ein. Aber ich werde oft wach. In so einem Sessel zu schlafen ist nicht so mein Ding. Aber für eine Nacht geht das schon. Und auch diese Nacht vergeht. Um 8:30 mache ich eine flüchtige Morgentoilette und besorge mir danach sofort einen Kaffee. Um 9:30 öffnet das Brunch Buffet. Ich gehe um 10 Uhr hin. Es ist OK. nicht der Hit, aber OK. Das Wetter ist heute komplett anders als gestern. Vergangene Nacht setzte schon leichter Nieselregen ein. Jetzt Regnet es richtig und nur ab und zu kommt die Sonne durch. Und es ist windig.

Den Tag verbringe ich mit lesen. Fähre fahren ist so langweilig…

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Travemünde

 

Um 21:30 legen wir an. Bei gutem Wetter. Um 22 Uhr fahre ich von der Fähre zum Hotel.

 

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Die Mopeds werden befreit

 

Lübeck ist wie ausgestorben. Deutschland-Polen EM. Nur ein paar Polizeiwagen stehen in der Innenstadt herum. Am Hotel angekommen checke ein und gehe sofort ins Bett. Morgen ist der letzte Tag meiner Reise.

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Mein Hotel in Lübeck

Neunzehnter Tag – Reisa er slutt.

Freitag, 17. Juni

Mittags breche ich in Lübeck zur letzten Etappe auf. Ich entschließe mich, zunächst nur Landstraße zu fahren. Über Ratzeburg geht es nach Lauenburg wo ich die Elbe überquere. Weiter über Lüneburg nach Soltau. Dort erwischt mich ein wirkliches Gewitter mit Platzregen. Der Regen kam so schnell und so heftig dass ich keine Chance hatte mich unterzustellen oder die Regenklamotten anzuziehen. So nass bin ich in Norwegen nicht einmal geworden. Nach ein paar Minuten stehe ich in der Scheune eines Bauernhofes in der Nähe der Straße. Und ich ziehe die Jacke aus. Alles total nass. Ich fingere einen trockenen Pulli aus dem Seitenkoffer und tauche ihn mit dem total durchnässten. Nach 15 Minuten ist der heftigste Regen vorbei und es gewittert deutlich entfernter. Ich warte noch weitere 30 Minuten. Der Regen hat fast ganz aufgehört. Nur noch ein leichter Nieselregen ist spürbar. Ich fahre weiter. Zwischenzeitlich kommt sogar die Sonne durch. Bei Nienburg überquere ich wieder im Regen die Weser. Und so bleibt es für die nächsten Kilometer. Heftiger Regen, leichter Nieselregen und dazwischen trockene und sonnige Passagen. In einem Imbiss mache ich eine lange Pause um etwas mehr zu trocknen.

Nach kurzer Weiterfahrt stoße ich bei Damme auf die A1. Ich werfe meinen Plan, die gesamte Strecke auf der Landstraße zu bleiben, über Bord und nehme die A1 bis Münster und dann die A43 bis Dülmen. Eine gute halbe Stunde später später bin ich Zuhause.

Meine Reise ist zu Ende.

 

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Home sweet home….

Danke Markus, danke Mark!

Update: googlemaps hat schon vor Jahren was umgestellt. Das mit der Karte funktioniert leider nicht mehr. Aber trotzdem möchte ich das Dankeschön für Markus drinbehalten.  Und das Dankeschön an Mark habe ich erst sehr verspätet hinzugefügt. Mark: Bitte sehe mir das nach. Mark hatte immer ein Auge auf mich. Da ich 2016 allein unterwegs war, und das in der Vorsaison, war es manchmal doch ziemlich einsam auf so manchem Streckenabschnitt. Ich habe meinen Standort mit Mark geteilt (ein Hoch auf die moderne Technik) so dass er immer mal wieder einen Blick darauf werfen konnte, wo ich mich eben aufhielt. Das hat mir schon ein gewisses Sicherheitsgefühl gegeben. Vielen Dank dafür, Mark. Wenn auch etwas spät.

Folgender Abschnitt ist praktisch (abgesehen von dem Dank) osolet, da das Script nicht mehr läuft.

Ebenfalls möchte ich mich ganz herzlich bei Markus bedanken. Er hat das Script gebastelt, dass die Fotos auf den richtigen Positionen in Google-Maps darstellt. So bekommt man auch einen schöne Überblick über die Tour. Die Marker auf der Karte lassen sich natürlich anklicken und man sieht das dazugehörige Foto. Super.

Um die Funktion zu nutzen müsst ihr nur den Menüpunkt „Karte“ oben auswählen oder rechts unter „Blogroll“ den Link „Maps and Photos“ anklicken.

Danke, Markus!

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